WEDO 1 • Fidelio
AUFFÜHRUNGEN
- 12. August 2009, 20:00 Uhr
- 15. August 2009, 20:30 Uhr
LUDWIG V. BEETHOVEN • Fidelio op. 72
In deutscher Sprache mit englischen Übertiteln
Ende des Konzerts am 12. August: ca. 23:00 Uhr
Ende des Konzerts am 15. August: ca. 23:30 Uhr
Programm drucken (PDF)
Daniel Barenboim,
DirigentThomas Lang,
ChöreWaltraud Meier,
LeonoreSimon O’Neill,
FlorestanJohn Tomlinson,
RoccoPeter Mattei,
PizarroAdriana Kucerova,
Marzelline West-Eastern Divan Orchestra Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
Meist wird Beethovens Fidelio als eine Befreiungsoper
verstanden, als Sieg des Guten über das Böse.
Zahlreiche Aspekte des Werks scheinen für diese Lesart
zu sprechen, nicht zuletzt die Tatsache, dass es
Florestans Frau Leonore gelingt, sich als Mann verkleidet
Zugang zu Pizarros Kerker zu verschaffen,
um sich … zwischen ihren in Lebensgefahr schwebenden
Mann Florestan und Pizarros Waffe zu stellen.
Gerade, als Pizarro Florestan töten will, erschallt
beinahe wie im Märchen ein Trompetensignal und
verkündet die glückliche Ankunft von Don Fernando;
dieses Signal klingt noch im Jubel des Finales
nach, wenn alle Gefangenen befreit sind und Beethovens
turbulente Musik nach diesem Sieg über das
Unrecht den Beginn einer neuen Epoche begrüßt.
Trotzdem scheint Beethoven den Stoff keineswegs
als unproblematisch empfunden zu haben. Insgesamt
existieren drei Fassungen der Oper nebst vier
verschiedenen Ouvertüren. Es sollte seine einzige
Oper bleiben, und gerade dieses Stück, auf das er
mehr Zeit und Energie verwandte als auf irgendeine
andere seiner Kompositionen, war ironischerweise
eben das Werk, mit dem er nie ganz zufrieden war.
Dass die Oper darum auch etwas Provisorisches, Unfertiges
hat, wird meist übersehen. … Barenboims
musikalische Umsetzung basiert letztlich auf derselben
Idee von Fidelio als einem genialen work in
progress, als einer Oper über die Vergänglichkeit von
Siegen und über das ewige, unermüdliche Streben
der Menschheit.
Edward W. Said (1999)