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PROGRAMMDETAIL

Thalias Kompagnons, Nürnberg • Das Mädchen aus der Feenwelt oder Der Bauer als Millionär

Romantisches Original-Zaubermärchen mit Puppen
und Musik nach Ferdinand Raimund (1790–1836)
Romantisches Original-Zaubermärchen mit Puppen und Musik nach Ferdinand Raimund

Neuinszenierung · Koproduktion der Salzburger Festspiele
und Thalias Kompagnons mit der Tafelhalle Nürnberg

Ende voraussichtlich um 21.00 Uhr.

PREMIERE

  • 07. August 2012, 19:30 Uhr

AUFFÜHRUNGEN

  • 08. August 2012, 19:30 Uhr
  • 10. August 2012, 19:30 Uhr
  • 13. August 2012, 19:30 Uhr
  • 14. August 2012, 19:30 Uhr
  • 15. August 2012, 19:30 Uhr
  • 16. August 2012, 19:30 Uhr
  • 17. August 2012, 19:30 Uhr

Programm drucken (PDF)

LEADING TEAM

Joachim Torbahn, Tristan Vogt, Konzept und Regie
Joachim Torbahn, Puppen und Bühne
Ronald Hermann, Dramaturgie
Peter Fulda, Komposition
Sasa Batnozic, Lichtdesign

BESETZUNG

Susanne Claus, Lutz Großmann, Joachim Torbahn, Tristan Vogt, Puppenspieler
Peter Fulda, Piano
Werner Treiber, Percussion

ZUR PRODUKTION

Ferdinand Raimund schaut sich um im „Garten Österreich“ und staunt kindlich-naiv über die Brüche, Abgründe und Unheimlichkeiten, die sich hinter den biedermeierlichen Kulissen zensurgestützter bürgerlicher Wohlordnung auftun. Mehr ahnt er sie, als dass er sie benennen könnte – „an seiner Produktion wie an seinem Dasein ist etwas Vegetatives“ (Hofmannsthal) –, aber er setzt sie in seinen Stücken und als Spieler zwischen Idylle und Katastrophe in einer Weise in Szene, dass ihn das Wiener Vorstadtpublikum dafür liebt. „Sentimentalität neben Brutalität des Menschen, nacheinander gezeigt und scheinbar achtlos zu einer Einheit gebunden, geben die wundervollen Szenen eines großen Dichters“, formulierte es Robert Musil in einer Besprechung von Der Alpenkönig und der Menschenfeind. Doch Gleiches kann man für den Bauer als Millionär feststellen: Raimund lässt den aristokratischen Flitter und Pomp der Feenwelt oder die alpine Erbauungslandschaft, in der die Figur der „Zufriedenheit“ als weibliche Schwundform des Allegorischen triebenthaltend verdämmert, schockartig und in bester Hanswurst-Tradition auf die Fress-, Sauf- und Raufszenerien des Bauern Fortunatus Wurzel treffen – oder auf die in Neid und Hass versinnbildlichten Verführungen des Kapitals. Laut Raimund sind sie „Compagnons und Großhändler im Geisterreiche“, sie bringen die Intrigen in Gang, sind Auslöser und Beschleuniger einer Theatermaschinerie, die mit der Zunahme an Geschwindigkeit, Brutalität und Komik ihren eigenen naiven Illusionismus selbst zerstört und sich als Idylle doch wieder errichtet. Nur glaubt es am Ende keiner mehr, und der dramaturgisch weniger entwickelte als erzwungene Schluss des „romantischen Original-Zaubermärchens“ (Raimund) lässt uns mit Raimund ratlos zurück.

Ronald Hermann




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