TIME I SPACE
PREMIERE
- 28. August 2003, 20:00 Uhr
CONLON NANCARROW • Piece No. 2 for Small Orchestra
CONLON NANCARROW • Studies for Player Piano Nos. 1, 5, 6 und 7
Arrangiert von Yvar Mikhashoff
PIERRE BOULEZ • Dérive 2 für elf Spieler
Österreichische Erstaufführung
CONLON NANCARROW • Trio No. 1
CONLON NANCARROW • Septet
Europäische Erstaufführung
CONLON NANCARROW • Sarabande & Scherzo
Vor wenigen Jahren noch galt Conlon Nancarrow als Geheimtip unter Insidern, als ein „komponierender Ingenieur“, der aus einer Außenseiterrolle heraus die neuere Musik-geschichte um wesentliche Aspekte bereichert hat. Dass indessen sein frühes Klavierspiel, namentlich sein Klavierlehrer, ihm nicht immer Freude bereiteten, mag rückblickend als Ironie erscheinen, ist doch Nancarrows Werk vor allem mit dem Player Piano verbunden – einem „Klavierautomaten“, der durch perforierte Papierrollen Musik erzeugt. Mit handwerklicher Präzision und gesteigertem Spiel- und Entdeckertrieb hat Nancarrow ein schillerndes Œuvre geschaffen, dessen konstruktive Prinzipien sich der Wahrnehmung keinesfalls entziehen, sondern vielmehr ein Gefühl „lustvoller Erwartung“ evozieren. Nicht umsonst hat einmal der Komponist György Ligeti über die Musik Nancarrows geschrieben: „Wenn Bach statt mit dem protestantischen Choral mit Blues, Boogie-Woogie und lateinamerikanischer Musik aufgewachsen wäre, er hätte wie Nancarrow komponiert“. Bei den Salzburg Passagen begegnet der amerikanische „Exzentriker“ Nancarrow einem der großen Heroen der europäischen Avantgarde: Pierre Boulez.
Programm drucken (PDF)
Jonathan Nott, Dirigent
Ensemble Modern