RITUAL – PRAXIS – METAPRAXIS
AUFFÜHRUNG
- 30. August 2003, 20:00 Uhr
JANI CHRISTOU • Projekt 21 für fünf Stimmgebraucher
JANI CHRISTOU • Praxis for 12
JANI CHRISTOU • Six Songs on Poems by T.S. Eliot
JANI CHRISTOU • Enantiodromia für Orchester
Mitunter frage er sich, so hat Jani Christou einmal selbstironisch bemerkt, ob er nicht eher Philosoph als Musiker sei. In der Tat beschränkte sich seine Arbeit nicht auf das ureigene Metier des Komponisten, sondern verfolgte die Vision einer Entgrenzung der Künste, einer Symbiose aus Klang, Happening und Metaphysik. Und seine Partituren griffen auch nicht auf das herkömmliche Notationsverfahren zurück, sondern beschritten mit Piktogrammen und visuellen Kürzeln neue Wege, die eine dem Geist der Komposition entsprechende Wieder-gabe garantieren sollten. Christou wünschte sich, dass die Aufführungen seiner Werke zu einem Ritual avancieren, Musiker und Publikum in einen Zustand höchster Erregung versetzen sollten: die Sinne schärfen, traumatische Erfahrungen freilegen, Unterbewusstes offenbaren... Eine kleine Insel hatte Christou sogar erworben, die als Kultraum fungieren sollte, in dem er seine Idee eines Gesamtkunstwerkes zelebrieren würde – doch es kam anders: 1970 riss ihn ein Autounfall aus dem Leben, sein Vermächtnis geriet jahrzehntelang in Vergessenheit. Die Salzburg Passagen werden vier der ebenso archaischen wie avant-gardistischen Stücke von Jani Christou vorstellen.
Programm drucken (PDF)
Rupert Huber, Musikalische Leitung und Klavier
Anne-Carolyn Schlüter, Mezzosopran
Ensemble Spinario, Stimmgebraucher
Wiener Jeunesse Orchester