PROGRAMMDETAIL
AUFFÜHRUNG
SPIELSTÄTTE
Mozarteum, Wiener Saal
PROGRAMM
ANTON WEBERN • Sechs Bagatellen op. 9
MORTON FELDMAN • Zweites Streichquartett (1983)
INFORMATION
Das längste und das kürzeste Kammermusikstück der Geschichte treffen im Abschlusskonzert der Salzburg Passagen aufeinander: Mehr als viereinhalb Stunden Spieldauer umfasst Morton Feldmans Zweites Streichquartett, gerade einmal vier Minuten benötigen Anton Weberns Bagatellen op. 9... Wie die Zeit vergeht? „Jeder Blick lässt sich zu einem Gedicht, jeder Seufzer zu einem Roman ausdehnen“, schwärmte Arnold Schönberg über Weberns knappe Partitur. Feldman dagegen präsentiert zu Anfang seines Quartetts ein sehr schlichtes Grundmaterial, einen chromatischen Cluster von vier Tönen, die stets beibehalten, an der schmalen Grenze zwischen Repetition und Variation sukzessive modifiziert werden und im Verlaufe des Stücks die denkbar größte Vielfalt an Formen und Gestalten annehmen. „Es ist wie ein Puzzlespiel, in dem jedes Teil, das Sie einsetzen, passt“, erklärte Feldman und begründete die „himmlischen Längen“ mit der formalen Notwendigkeit einer vollständigen Ausschöpfung aller variativen Möglichkeiten: Am Ende könne das Stück „das Material dann nicht mehr aufnehmen. Das Stück stirbt eines natürlichen Todes. Es stirbt an Altersschwäche.“
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