EN
DE

SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Verleihung des Ehrenzeichens des Landes an Pierre Boulez

30 JUL 2011

by FESTSPIELKIEBITZ  12:11 h;
veröffentlicht in: Konzert, Allgemein

Helga Rabl-Stadler, Pierre Boulez, Gabi Burgstaller, Markus Hinterhäuser
„Maestro Pierre Boulez ist einer der herausragenden Vertreter der Musik der Gegenwart und zugleich ein langjähriger treuer Begleiter der Salzburger Festspiele.“ Das betonte Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller heute, Samstag, 30. Juli, bei der Verleihung des Ehrenzeichens des Landes an Pierre Boulez in der SalzburgKulisse. Diese Treue zu Salzburg zeige sich anhand der 30 Auftritte, die Boulez bisher bei den Salzburger Festspielen absolvierte, so Burgstaller.

Pierre Boulez, geboren 1925 in Montbrison (Frankreich), begann zunächst ein Mathematikstudium, ehe er als 17-Jähriger den Entschluss fasste, sich ausschließlich der Musik zu widmen. Nach Studien bei Olivier Messiaen und René Leibowitz, der ihn mit Schönbergs Reihentechnik vertraut machte, trat Boulez mit Douze Notations (1945) und den beiden Klaviersonaten (1946/1948) erstmals als Komponist in Erscheinung. Seinen weltweiten Ruf festigte vor allem die Uraufführung der Kammerkantate Le marteau sans maître (1954) in Baden-Baden. In den Jahren danach nahm Boulez’ Karriere als Dirigent immer größeren Raum ein. Höhepunkte waren die Dirigate des Parsifal (1966–1970) und des Rings (1976–1980) bei den Bayreuther Festspielen sowie sein Engagement als Musikalischer Leiter des BBC Symphony Orchestra (1960–1972) und des New York Philharmonic (1971–1975). Anschließend war er von 1976 bis 1991 Leiter des von ihm gegründeten IRCAM, des Forschungsinstituts für zeitgenössische Musik am Centre Pompidou, und des Ensemble intercontemporain in Paris.

Durch diese Arbeit und auf Grundlage der erweiterten Technologien bildete er einen neuen kompositorischen Stil, wie er sich in Répons oder Dialogue de l’ombre double manifestiert, aus. Seit Anfang der 1990er Jahre hat sich Pierre Boulez wieder verstärkt dem Dirigieren zugewendet, unter anderem am Pult des Chicago Symphony Orchestra, der Berliner und der Wiener Philharmoniker sowie der Staatskapelle Berlin. Bei den Bayreuther Festspielen leitete er 2004/05 abermals Parsifal, bei den Wiener Festwochen dirigierte er 2007 Janáčeks Aus einem Totenhaus.

2010, im Jahr seines 85. Geburtstags, dirigierte Pierre Boulez Konzerte mit dem Chicago Symphony Orchestra, dem Cleveland Orchestra, dem Ensemble intercontemporain, dem Orchestre de Paris, mit den Wiener und Berliner Philharmonikern, der Staatskapelle Berlin und dem Lucerne Festival Orchestra. Seine reiche, mit unzähligen Preisen (darunter 26 Grammy Awards) bedachte Discografie wurde jüngst unter anderem um eine Aufnahme von Maurice Ravels Klavierkonzerten (mit Pierre-Laurent Aimard) und der Dritten Symphonie von Karol Szymanowski erweitert. Pierre Boulez ist Träger des Siemens-Musikpreises, des Praemium Imperiale, des Theodor-W.-Adorno-Preises, des Polar Music Prize und des Kyoto Prize.

Bei den Salzburger Festspielen war Pierre Boulez erstmals 1960 zu Gast. 1992, zum Auftakt der Ära Mortier/Landesmann, gestaltete er einen Zyklus mit „Klassikern des 20. Jahrhunderts“ – und traf dabei in Salzburg erstmals mit den Wiener Philharmonikern zusammen, woraus sich eine wunderbare künstlerische Freundschaft entwickelte. 1996 leitete er die Aufführungen von Arnold Schönbergs Moses und Aron (Regie: Peter Stein). Seither leitete Pierre Boulez regelmäßig Konzerte bei den Salzburger Festspielen.

Am Sonntag, 31. Juli, um 21.00 Uhr ist Pierre Boulez mit den Wiener Philharmonikern im Großen Festspielhaus zu erleben. Auf dem Programm stehen Werke von Gustav Mahler und Alban Berg. Nähere Informationen zum Konzert finden Sie hier.

LOGIN | PASSWORT VERGESSEN