EN
DE

SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Trauer um Sena Jurinac

23 NOV 2011

by FESTSPIELKIEBITZ  17:06 h;
veröffentlicht in: Oper, Allgemein

Sena Jurinac, Foto: Archiv SF
„Die Festspiele verdanken Sena Jurinac Sternstunden, für die sie von Publikum und Presse gleichermaßen gefeiert wurde“ drückte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler ihre Trauer um den Tod der wunderbaren Sängerin aus.

In Salzburg gehörte sie in den Nachkriegsjahren zu jenen Künstlern, die den Festspielen ihren herausragenden internationalen Ruf gegeben haben.

1947 trat Sena Jurinac das erste Mal bei den Festspielen als „Dorabella“ in Cosi fan tutte auf und wurde sofort zum Publikumsliebling.

Im darauffolgenden Sommer feierte sie als Herbert von Karajans „Cherubin“ in Le nozze di Figaro und „Eros“ in Orpheus und Euridyke wahre Triumphe. „Göttlich in Erscheinung, Ausdruck, Musikalität ist Sena Jurinac als Eros“ überschlug sich etwa die „Wiener Zeitung“ in ihrem Premierenbericht.

In den folgenden Jahren festigte Sena Jurinac ihren Ruf als die maßstabsetzende Persönlichkeit im Mozart- und Richard-Strauss-Fach. So urteilte Max Kaindl-Hönig in den Salzburger Nachrichten über ihre Darstellung des „Octavian“ im Rosenkavalier zur triumphalen Eröffnung des neuen Großen Festspielhauses unter Herbert von Karajan: „Sena Jurinac als Quinquin gab wohl die beste Figur der ganzen Besetzung ab. Sie war es wahrhaft fähig, ‚ein junger Herr…’ zu sein und lieh dennoch in Spiel und lyrischer Gestaltung auch dem ephebenhaften Zartsinn dieser Rolle den Zauber natürlichsten Ausdrucks.“

Rabl-Stadler: „Ich freue mich besonders, dass ich Sena Jurinac anlässlich ihres 90. Geburtstags letztes Monat noch zur Festspielpremiere von Ariadne auf Naxos 2012 eingeladen habe, war doch ihr Auftritt als „Komponist“ in dieser Oper 1964 unvergesslich.“ Der Kritiker  Ludwig Wismeyer brachte es damals im „Münchner Merkur“ auf den Punkt: „Verbleibt das eigentliche Trumpf-As des Abends: Sena Jurinacs Komponist. Die Leidenschaft dieses Sturm-und-Drang-Jünglings entzündete sie vom ersten Takt an, sie steigerte sich zu den großen Ausbrüchen dank einer Stimme, die Wohllaut mit Größe, Schwärmen mit Temperament verbinden kann. Dieser Komponist hat derzeit nicht seinesgleichen und lohnt allein die Fahrt nach Salzburg.“

Rabl-Stadler: „Die schwarze Fahne, die heute am Festspielhaus weht, ist ein winziges Zeichen für die große Trauer und Dankbarkeit, die uns erfüllen.“

LOGIN | PASSWORT VERGESSEN