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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Von historischen Gobelins und musikalischen Pilgerfahrten

24 JUL 2012

by FESTSPIELKIEBITZ  10:00 h;
veröffentlicht in: Konzert, Allgemein

Salzburger Dom, Foto: Luigi Caputo
In der Ouverture spirituelle erwartet Sie aber nicht nur Sakralmusik aus der Feder katholischer und protestantischer Komponisten. Jedes Jahr werden Meisterwerke der christlichen Tradition auf solche einer anderen Weltreligion treffen: 2012 ist dies der jüdische Glaube, prominent vertreten mit drei Konzerten des Israel Philharmonic Orchestra unter Zubin Mehta. Eingebunden in diesen religiösen Auftakt sind auch drei Vorstellungen des berühmten Jedermann in der erst 2010 neu überarbeiteten Inszenierung von Christian Stückl, mit Nicholas Ofczarek in der Titelrolle.

Sir John Eliot Gardiner macht den Auftakt mit Haydns Schöpfung. Danach führt er Sie auf einer musikalischen Pilgerfahrt entlang der Via Francigena von Canterbury nach Rom: Auf dem mittelalterlichen Pilgerweg machen Sie Station in bedeutenden Kirchen und Klöstern, deren Architektur der unvergleichliche Monteverdi Choir mit Vokalmusik der Renaissance vergegenwärtigt.

Mozart kehrt mit einer Sakramentslitanei und der Missa longa in den Dom seiner Geburtsstadt zurück. Zu diesem Anlass dürfen wir mit Erlaubnis des Dommuseums die historischen Gobelins aufhängen: So werden Sie dieselbe Akustik erleben wie Mozart, als er im Dom seine Messen musizierte. Nikolaus Harnoncourt leitet für dieses Ereignis seinen Concentus Musicus Wien und den Arnold Schoenberg Chor.

Claudio Abbado wiederum widmet sich mit seinem Orchestra Mozart der frühesten bekannten Messe von Mozart – der Waisenhausmesse von 1768 – in Kombination mit Schuberts letzter Komposition dieser Gattung. Ein weiteres Jugendwerk des Genius loci dirigiert Ivor Bolton mit dem Singspiel Die Schuldigkeit des ersten Gebots, in der ein „lauer Christ“ dem verführerischen Einfluss des Weltgeists entrissen werden soll.

Die Ouverture spirituelle bietet Ihnen aber auch Begegnungen mit so beliebten Werken wie Händels Messias (in einer Bearbeitung von Mozart!) und Bruckners Te Deum. Antonín Dvořák nannte seine nur von der Orgel begleitete D-Dur-Messe ein ganz persönliches Zeugnis von „Glaube, Hoffnung und Liebe zu Gott“. Die protestantische Seite schließlich ist durch eine kostbare Auswahl an Bach’schen Motetten vertreten.

Zur Programmübersicht gelangen Sie hier.

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