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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Jamie Phillips, dritter Finalist des Young Conductors Award, steht Rede und Antwort

19 APR 2012

by FESTSPIELKIEBITZ  17:00 h;
veröffentlicht in: Konzert

Jamie Phillips (Foto: Richard Ion)
Last but not least möchten wir Sie auf den dritten Finalisten, Jamie Phillips, näher neugierig machen. Wie dem jungen Briten die Arbeit mit dem Mozarteumorchester und dem Solisten Ingolf Wunder gelingt, können Sie am 28. April 2012 um 19.30 Uhr ebenfalls in der Felsenreitschule erleben.

1) Was bedeutet es Ihnen, Finalist des Nestlé and Salzburg Festival Young Conductors Award zu sein?

Ich bin so begeistert, für diesen Dirigierwettbewerb ausgesucht worden zu sein. Die Gelegenheit, ein so großartiges Orchester an diesem prestigeträchtigen Ort und bei diesem Festival zu dirigieren, ist für mich ein Traum, der wahr wird! Es ist ein echtes Privileg für mich, vor solch großartigen Musikern stehen zu dürfen, und eine Herausforderung (aber auch spannend!), vor dieser berühmten Jury zu dirigieren.

2) Woran denken Sie, wenn Sie die Worte „Salzburg“ und „Salzburger Festspiele“ hören?
Jeder Musiker würde lügen, wollte er Ihnen weismachen, dass er bei Musik in Salzburg nicht an Mozart denken würde! Wenn ich jedoch an die Stadt denke, erinnere ich mich an einen Besuch, als ich sehr jung war (etwa sieben Jahre alt) – so eine schöne, guterhaltene historische Stadt. Die Architektur ist wirklich faszinierend, und obwohl ich mich daran nicht von jenem Besuch erinnere, denke ich daran, wie friedlich und ruhig die Gegend ist. Außerdem bin ich mit The Sound of Music aufgewachsen, das sind auf jeden Fall auch Erinnerungen. Ach ja, und die Sachertorte...!

3) Was ist Ihre musikalische Richtschnur, was treibt Sie in Ihrer Karriere an? Haben Sie ein Vorbild?
Ich habe keine spezifischen Vorbilder für das Dirigieren – es ist etwas gefährlich, wenn man den Stil eines bestimmten Dirigenten sehr bewundert, denn dann beginnt man, ihn nachzuahmen, oft ohne es zu merken. Ich versuche, so viele Dirigenten wie möglich zu beobachten, und normalerweise gibt es bei jedem etwas, das mir gefällt und das ich ausprobiere! Ich glaube, das ist die beste Art. Als allgemeine Regel ist für mich als Dirigent das Wichtigste, mich daran zu erinnern, dass ich in keiner Weise dem Orchester überlegen bin, sondern nur ein weiterer Musiker, der mit ihnen zusammen auf der Bühne steht.

4) Was bedeutet Ihnen Musik im Allgemeinen? Was möchten Sie in Ihrem Leben erreichen?
Das sind schwierige Fragen! Für mich ist Musik wohl eine Art, sich auszudrücken durch Emotionen, die sich auf keine andere Art erklären lassen. Es ist wunderbar, dass wir diese Kunstform haben, die uns erlaubt, so profunde Gefühle und Ausdrücke zu zeigen. Ich hoffe, in meinem Leben ein kleiner Teil von großartiger Musik sein zu können, wo auch immer das sein mag.

5) Welche berufliche Erfahrung hat Sie am meisten beeinflusst?
Es ist schwer, nur eine einzige zu benennen. Meine erste wunderbare Erfahrung war es, im Knabenchor bei Mahlers 3. und 8. Sinfonie bei den BBC Proms unter Sir Simon Rattle zu sitzen – bei der ersten Aufführung war ich erst acht Jahre alt, und das hat mich zutiefst beeindruckt. Eine andere unschätzbar wertvolle Erfahrung war es, mit zehn Jahren im National Children’s Orchestra Trompete zu spielen, und später im Nationalen Jugendorchester; die Dirigenten der Orchester zu beobachten, bei denen ich Trompete spielte, ist sicherlich eine Inspiration gewesen.


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