EN
DE

SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Nachruf zum Tod von Dietrich Fischer-Dieskau

18 MAI 2012

by FESTSPIELKIEBITZ  17:58 h;
veröffentlicht in: Allgemein

Dietrich Fischer-Dieskau
„Die Festspiele verdanken Dietrich Fischer-Dieskau Sternstunden, für die sie von Publikum und Presse gleichermaßen gefeiert wurden“ drückt Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler ihre Trauer um den Tod des wunderbaren Musikers aus.

In Salzburg gehörte Fischer-Dieskau zu jenen Künstlern, die den Festspielen ihren herausragenden internationalen Ruf gegeben haben. 123 Auftritte waren es bei den Salzburger Festspielen, 67x in der Oper, 50x im Konzert, 3x als Dirigent, 3x als Sprecher.

1951 debütierte er unter Wilhelm Furtwängler mit Gustav Mahlers „Lieder eines fahrenden Gesellen“. Dieser schwärmte über Dietrich Fischer-Dieskau: „Dass ein so junger Mensch schon so genau weiß, wie das gesungen werden muss!“ Und als er 1956 den Grafen Almaviva unter Karl Böhm im legendären Salzburger Figaro-Ensemble gab, schrieb die Süddeutsche Zeitung „Salzburg hat eine Attraktion mehr“.

Selbstverständlich feierte Dietrich Fischer-Dieskau auch in Salzburg seine größten Triumphe in seinem ureigensten Bereich, dem Liedgesang.

„Besonders wichtig war er aber für uns auch bei der Durchsetzung der zeitgenössischen Musik. War es doch stets das erfolgreiche Konzept der Salzburger Festspiele Neues durch die Interpretation von Stars zugkräftig für das Publikum zu machen. So sang Fischer-Dieskau 1985 in der Felsenreitschule die Titelrolle in Olivier Messiaens Saint François d’Assise. Es war die erste Aufführung nach der Pariser Uraufführung, zwar konzertant und auf die vier Wichtigsten aus dem Leben des Heiligen beschränkt, aber der Eindruck blieb haften für Jahre“, erklärt Rabl-Stadler. Und weiter: „Die schwarze Fahne, die heute am Festspielhaus weht, ist ein winziges Zeichen für die große Trauer und Dankbarkeit, die uns erfüllen“.

LOGIN | PASSWORT VERGESSEN