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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Eiland des Theaters: 20 Jahre Perner-Insel

11 JUL 2012

by FESTSPIELKIEBITZ  14:40 h;
veröffentlicht in: Allgemein

Perner-Insel, Hallein (Foto: Clemens Kois)
Die Salzburger Festspiele sind seit jeher von der Einzigartigkeit ihrer „auserlesenen“ Spielstätten bestimmt. Die mächtige Domfassade gibt dem Sterben des reichen Mannes seit über 90 Jahren seinen unvergleichlichen, mythischen Rahmen. Die monumentale, in den Mönchsberg gehauene Felsenreitschule war und ist Schauplatz unvergesslicher Opern- und Theateraufführungen. Seit 1960 bietet das Große Festspielhaus mit seinen gewaltigen Bühnendimensionen den künstlerisch Verantwortlichen die Möglichkeit, das Programm auch auf die großen Opern des 19. Jahrhunderts auszuweiten.

Von Anfang an war das Bemühen der Gründerväter nicht nur die Stadt Salzburg, sondern auch das Land in das Festspielgeschehen mit einzubeziehen. Ganz dem Gedanken Hugo von Hofmannsthal folgend, „Musikalisch theatralische Festspiele in Salzburg zu veranstalten, das heißt: uralt Lebendiges aufs neue lebendig machen; es heißt: an uralter sinnfällig auserlesener Stätte aufs neue tun, was dort allezeit getan wurde.“

Was den Salzburger Festspielen allerdings über viele Jahre gefehlt hat, war ein Haus für moderne, zeitgenössische Kunst und experimentelles Theater. Die Suche nach einer Alternative war lange vergeblich. Als 1989 die Werkssirenen das Ende der über mehrere tausend Jahre hinweg währenden Salzgewinnung auf dem Dürrnberg beklagten, ergriffen die Salzburger Festspiele unter der Federführung ihres damaligen Schauspielchefs Peter Stein die Initiative, um mit der Alten Saline auf der Perner-Insel eine neue Spielstätte für die Festspiele zu gewinnen. Am 20. August 1992 fand die schon legendäre Aufführung von Andrei Serbans Antikentrilogie statt, unvergessene Festspielinszenierungen wie Die Riesen vom Berge 1994, Schlachten 1999, König Ottokars Glück und Ende 2005, die Rückkehr Peter Steins nach Salzburg mit Ödipus auf Kolonos 2010 oder die Uraufführung von Peter Handkes persönlichstem Stück Immer noch Sturm sowie der Faust-Theatermarathon von Nicolas Stemann 2011, folgten.

Die Perner-Insel ist für die Salzburger Festspiele längst ein unverzichtbarer Aufführungsort geworden. Für viele Regisseure und Gäste ist sie mit ihrer einzigartigen Atmosphäre eine Lieblingsspielstätte. In diesem Sommer wird sie Schauplatz dreier außergewöhnlicher, internationaler Theaterprojekte. Die englische Regisseurin Irina Brook wird sowohl Ibsens Peer Gynt in englischer als auch Shakespeares Der Sturm in französischer Sprache auf die Bühne bringen. Für unser junges und jung denkendes Publikum wird das Theatre-Rites um Sue Buckmaster das textlose Stück Mojo in Szene setzen.

Die Festspiele zeigen damit auch im Jubiläumsjahr, die Perner-Insel ist längst ein Stück von uns.

Helga Rabl-Stadler

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