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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Marie-Claude Chappuis, Dryade in Ariadne auf Naxos, über ihre Träume und deren Erfüllung

25 JUL 2012

by Marie-Claude Chappuis  18:33 h;
veröffentlicht in: Oper, Allgemein

Marie-Claude Chappuis (Foto: Jo Simoes)
Oft bin ich vorbei gefahren mit dem Rad, als ich in Salzburg am Mozarteum studierte, den Kopf voller Träume: „Ach, wie schön wäre es eines Tages bei den Festspielen singen zu dürfen!“ Ich erinnere mich auch, wie ich mit einem Plakat in der Hand die Hoffnung hatte, eine Karte zu bekommen. Lange hatte ich gezögert, was richtig wäre zu schreiben: „Studentin, suche Karte!“ oder „Studentin sucht Karte!“. Ich hatte mich für die zweite Version entschieden.

Das Leben führt uns da und dorthin. Viele Träume bleiben Träume und einige werden wahr. Die Suche nach Karten blieb also ohne Erfolg, aber der Traum bei den Festspielen zu singen wurde wahr.

Oh, wie schön, wie schön ist dieser Beruf! Probenzeit Ariadne auf Naxos: Eine sehr angenehme Stimmung bei den Proben. Es ist unglaublich rührend, die Stimmen meiner Kollegen zu hören. Ach, diese göttlichen Stimmen! Und die Schauspieler sind so gut! Und der Dirigent auch! Und ich freue mich auf die Tänzer und auf die Wiener Philharmoniker, die bald kommen! Quelle merveille!

Vor kurzem war ich in Berlin mit einem Werk von Cavalieri La rappresentatione di Anima et di Corpo, geschrieben im Jahre 1600 und jetzt: Richard Strauss! Ein kleiner Sprung von 300 Jahren. Das liebe ich: von einer Epoche zur anderen zu wechseln. Die Welt von Richard Strauss ist so reich, so sinnlich, so rührend, so theatralisch und auch so humorvoll, es ist eine Wonne. Ja, es gibt in diesem Beruf Momente von tiefer Freude und Dankbarkeit.

So, genug geschwärmt für heute! Gleich fängt die Probe an, ich steige ins Probenkostüm und warte sehnsuchtsvoll auf die Original-Kostüme nach Entwürfen von Marianne Glittenberg. Bald kommen sie, denn die Klavierhauptprobe nähert sich.

Marie-Claude Chappuis

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