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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Cornelia Rainer über ihre Inszenierung von Jakob Michael Reinhold Lenz

10 AUG 2012

by FESTSPIELKIEBITZ  10:00 h;
veröffentlicht in: Schauspiel

Jakob Michael Reinhold Lenz (Foto: Wolfgang Kirchner)
Das 2002 ins Leben gerufene Young Directors Project der Salzburger Festspiele bietet jungen Regisseuren jährlich die Chance eines Karriereschubs. In diesem Jahr hat neben einer Französin, einer Südafrikanerin und einem Südkoreaner eine junge Österreicherin die Möglichkeit ihr Können zu präsentieren: Cornelia Rainer inszeniert in diesem Sommer Jakob Michael Reinhold Lenz, ein Auftragswerk der Salzburger Festspiele. In der Hauptrolle wird der Burgschauspieler Markus Meyer zu sehen sein.

Die Regisseurin, in dörflicher Umgebung in Osttirol aufgewachsen, hatte nicht allzu früh Kontakt mit Theater. „Meine ersten Kulturerfahrungen habe ich mit Musik gemacht. Die Musik war eine Möglichkeit, einen Zugriff zu haben, zu einer anderen Welt“, sagt Cornelia Rainer. Gemeinsam mit ihrer Schwester ist sie in der Musikszene sehr aktiv und tritt unter anderem mit der Musicbanda Franui auf. Neben der Musik war Literatur ihre zweite Leidenschaft: „Ich habe immer viel gelesen. Es war immer eine Notwendigkeit.“ Erst in der Schulzeit beginnt ihr Interesse für das Theater zu wachsen und sie fährt regelmäßig zu Vorstellungen ins Theater nach Wien oder Klagenfurt. Dort hat sie „zum ersten Mal das Gefühl bekommen, was es heißen könnte, selbst Theater zu machen“.*

Nun inszeniert sie auf Einladung des Schauspieldirektors Sven-Eric Bechtolf bei den Salzburger Festspielen. Mit ihm hat Rainer bereits in ihrer Zeit als Regieassistentin am Burgtheater zusammengearbeitet. Der Schauspieldirektor ist von der Beharrlichkeit und dem Durchsetzungsvermögen der jungen Regisseurin begeistert. Diese beiden Eigenschaften beweist sie gleich zu Beginn. Anstatt die Inszenierung nach Bechtolfs Idee, sich an Georg Büchners Lenz-Novelle zu orientieren, anzulegen, folgt Rainer ihrem eigenen Ansatz. Sie mischt Texte von Jakob Michael Reinhold Lenz, Georg Büchner und Johann Friedrich Oberlin. Gemeinsam mit „Theater Montagnes Russes“, eine von der Regisseurin ins Leben gerufene Theatercompagnie, die projektweise verschiedene Interpreten zusammenführt, nimmt Cornelia Rainer Lenz’ gut dokumentierten Aufenthalt im Steintal zum Ausgangspunkt für ein theatrales Porträt des Dichters. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Musik, so dass die Regisseurin erstmals mit dem Schweizer Kollektiv „Schi-lunsch-naven“ zusammen arbeitet. Neben Christian Prader und Julian Sartorius singt und musiziert in dieser Gruppe Sophie Hunger, eine aufstrebende Schweizer Sängerin, Songwriterin und Filmkomponistin. Wie man auch an dieser Produktion deutlich sehen kann, ist es Cornelia Rainer sehr wichtig, sowohl in der Musik- als auch Theaterszene aktiv zu bleiben.

Von Cornelia Rainers sowohl theatralen als auch musikalischen Ansatz bei der Inszenierung von Jakob Michael Reinhold Lenz können Sie sich ab 10. August 2012 im republic überzeugen. Die Uraufführung wird nach der Premiere zudem am 11./12. und 13. August, jeweils um 20 Uhr, zu erleben sein. Weitere Informationen und Tickets für diese spannende Inszenierung bekommen Sie hier.

*Die Zitate entstammen zwei Interviews der APA mit Cornelia Rainer.

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