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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Bilanz der Saison 2010

27 AUG 2010

by FESTSPIELKIEBITZ  14:16 h;
veröffentlicht in: Allgemein

Mit dem Benefiz-Konzert für Pakistan konnten 300.000 Euro für die Aktion Nachbar in Not eingenommen werden
Foto: Wolfgang Kirchner

Die Salzburger Festspiele präsentierten am Freitag die Bilanz der Saison 2010. Die Auslastung betrug 95%, knapp 250.000 Besucher wurden gezählt. Bei 24,5 Millionen Euro Gesamteinnahmen wird ein Überschuss von 1,5 Millionen Euro erwirtschaftet. Bei der Pressekonferenz wurde zudem für 2011 ein Großprojekt auf der Perner-Insel angekündigt. Beim Benefizkonzert für Pakistan konnten 300.000 Euro eingenommen werden, verkündeten Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler und der Kaufmännische Direktor Gerbert Schwaighofer. „Das ist eine Summe, die kein Popkonzert zusammenbringt“, so Rabl-Stadler stolz. Man wartet auf weitere Spendeneinnahmen, dann wird festgelegt, welches „Nachbar in Not“-Projekt unterstützt wird.

Abschluss-Pressekonferenz der Saison 2010
Foto: Wolfgang Kirchner

Jürgen Flimm zog bei seiner letzten Abschluss-Pressekonferenz als Künstlerischer Leiter der Salzburger Festspiele eine äußerst positive Bilanz sowohl dieses Jahres als auch seiner 2007 begonnenen Intendanz. Flimm, der an die Berliner Staatsoper Unter den Linden wechselt, ließ in der SalzburgKulisse noch einmal die Höhepunkte seiner Salzburger Intendanz Revue passieren. Es seien „viele schöne Sachen gelungen“, betonte Flimm. Er wies auf die Opernerfolge von Roméo et Juliette über Otello bis zum Da-Ponte-Zyklus hin, betonte jedoch, dass der Intendant der Salzburger Festspiele mehr sei als ein Operndirektor. Unter seine Ägide sei eine Reihe von Komponisten vorgestellt worden, die noch nie in Salzburg zu hören waren. Ebenso habe man sehr viel für den Sängernachwuchs getan – Flimm wies auf die Karrieren von Sängerinnen und Sängern wie Mojca Erdmann hin, die in Salzburg ihren Ausgang genommen haben. „Es gibt eine lange Liste an äußerst erfolgreichen Sänger-Debüts“, so Flimm. Zudem habe er neue Regisseure und Dirigenten nach Salzburg geholt und Stücke gezeigt, die bei den Festspielen noch nie zu sehen waren – etwa Armida, Eugen Onegin, Benvenuto Cellini, Ein Fest für Boris, Rusalka, Phädra und andere. „Wir haben den Spielplan der Salzburger Festspiele erweitert und verbreitert“, betonte Flimm. Zudem hätten die Pfingstfestspiele für „einzigartige Lehrstunden der Musikgeschichte“ gesorgt. Auch die Jugendarbeit ist forciert worden. Flimm nannte die Stichworte Young Directors Project, Young Singers Project, Young Conductors Award, Musikcamps, Youth! Arts! Science! sowie den Kinderchor. „Und die Festspielzeitung Daily wurde zum wichtigen Instrument im Kontakt mit unserem Publikum“, erläuterte Flimm. Letzteres sei wunderbar, sagte der scheidende Intendant, das habe das enorme Interesse des Salzburger Publikums an der Kontinent-Reihe, Nonos Al gran sole carico d’amore und Rihms Dionysos gezeigt. Es sei gut zu hören, was alles in Salzburg unter Flimms Führung entstanden sei, so Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler.
Äußerst Positives war auch von Gerbert Schwaighofer, dem Kaufmännischen Direktor der Salzburger Festspiele, zu hören. 2010 sei ein sehr gutes Jahr gewesen, freute sich Schwaighofer. Besonders glücklich sei er über die hohe Auslastung von Wolfgang Rihms Dionysos mit 85%. Die weiteren Opern erreichten 95 bis 100% Auslastung. Ausverkauft waren neben dem Jedermann auch noch eine Reihe weiterer Theateraufführungen, betonte Schwaighofer. Insgesamt liege die Auslastung bei 95%.
2010 wurden knapp 250.000 Besucher gezählt. Bei 24,5 Millionen Euro Gesamteinnahmen wird ein Überschuss von 1,5 Millionen Euro erwirtschaftet. Schwaighofer wies auf die besonders positive finanzielle Bilanz der Intendanz Flimm hin: Insgesamt seien in dieser Zeit 8 Millionen Euro an Überschüssen produziert worden. Dieser Betrag sei auch notwendig, um das strukturelle Defizit auszugleichen. „Wenn wir nicht etwa zwei Millionen Euro pro Jahr Gewinn machen, bekommen wir zwei Jahre später finanzielle Probleme“, so Schwaighofer.
Schauspielchef Thomas Oberender freute sich über die erreichten Rekorde bei Zuschauerzahlen und Erlösen sowie über die Internationalisierung des Schauspiels bei den Festspielen. Oberender betonte die Atmosphäre der Gemeinsamkeit, mit der man heuer zur Aufbruchsstimmung von 2007 zurückgekehrt sei. Für Musikchef Markus Hinterhäuser gehörte „die Bereitschaft des Publikums, sich zu sammeln, zu konzentrieren und mitzugehen bei Dingen, die wir propagieren wollen“, zu den beglückendsten Dingen in Salzburg. Es habe sich in den letzten Jahren viel geändert; neue und neueste Musik sei selbstverständlicher Bestandteil der Festspiele. Er kenne kein Festival dieser Größenordnung, das sich so eine Art von Erziehungsarbeit leiste.
Schließlich lüftete Thomas Oberender noch ein Geheimnis seines Spielplans: Regisseur Nicolas Stemann wird das Großprojekt angehen, beide Teile von Goethes Faust auf der Perner-Insel zu inszenieren.

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