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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Eröffnung und Rückblick auf fünf erfolgreiche Jahre

10 JUN 2011

by FESTSPIELKIEBITZ  12:25 h;
veröffentlicht in: Pfingsten, Allgemein

Riccardo Muti, Markus Hinterhäuser, Helga Rabl-Stadler, Jürgen Flimm, (c) Silvia Lelli
Heute Freitag, 10. Juni 2011, findet die Eröffnungspremiere der diesjährigen Pfingstfestspiele statt. Im Zentrum der Pfingstfestspiele stehen abermals zwei Produktionen unter der Leitung von Riccardo Muti: das melodramma buffo I due Figaro (1826) von Saverio Mercadante und das Requiem c-Moll (1816) von Luigi Cherubini. Zugleich ist es aber auch die letzte Etappe der musikalischen Reise des italienischen Maestros, die von der Neapolitanischen Schule geprägt wurde. Bei einer Pressekonferenz zogen Riccardo Muti, Markus Hinterhäuser, Helga Rabl-Stadler und Jürgen Flimm Bilanz über fünf erfolgreiche Jahre.

Mit Riccardo Muti fanden Jürgen Flimm und Markus Hinterhäuser 2007 die ideale Künstlerpersönlichkeit, um den Salzburger Pfingstfestspielen eine neue und vielversprechende inhaltliche Richtung zu geben: Im Zentrum standen die Neapolitanische Schule des 18. Jahrhunderts und ihre Komponisten – La Scuola Napoletana. Ein besonderes Anliegen ist dem gebürtigen Neapolitaner Muti die Förderung junger Sänger und Musiker. So nahm das von ihm gegründete Jugendorchester Orchestra Giovanile Luigi Cherubini über fünf Jahre einen festen und herausragenden Platz in den Produktionen der Salzburger Pfingstfestspiele ein.

Diese zunächst auf drei Jahre ausgerichtete Zusammenarbeit der Salzburger Pfingstfestspiele mit Maestro Muti zeigte bereits im ersten Jahr, dass der gemeinsam eingeschlagene Weg zukunftsträchtig war. Jürgen Flimm und Markus Hinterhäuser konnten Riccardo Muti für weitere zwei Jahre gewinnen, um die erfolgreiche Linie der Salzburger Pfingstfestspiele weiterzuführen.

Über 7.000 Besucher aus mehr als 30 Nationen besuchen jedes Jahr die Pfingstfestspiele. Mehr als 70 akkreditierte Journalisten aus Europa und den USA berichteten über die Opern und Konzerte in Salzburg. Der ORF übertrug zahlreiche Konzerte live auf Ö1 und zeichnete mehrere Produktionen auf.

Riccardo Muti, der in Neapel am Conservatorio San Pietro a Majella studierte, leistet mit der Entdeckung und Bekanntmachung von Werken, die bislang einer breiteren Öffentlichkeit nicht zugänglich waren, Pionierarbeit. Diese – auch von Musikwissenschaftlern geschätzte Recherche-Arbeit – ermöglicht weltweit Ensembles und Musikern, sich mit den in Salzburg präsentierten Werken auseinanderzusetzen. Eine besonders wichtige Rolle kommt in diesem Zusammenhang Ut Orpheus Edizioni (Bologna) zu, die die verschollenen Werke neu verlegen.

„Das Konservatorium von Neapel ist eines der ältesten Musikinstitute der Welt“, erzählt Muti. „Der erste Direktor im Konvent von San Pietro a Majella war Giovanni Paisiello. Er führte vier für Europa sehr wichtige Kollegien in Neapel zu einem Institut zusammen. Diese vier Kollegien hatten fantastische Lehrer, Studenten, Sänger – beispielsweise Farinelli – sowie wichtige Komponisten wie Porpora, Jommelli, Leo, Piccinni, Traetta, Scarlatti und Pergolesi. Die Neapolitanische Schule war eine Quelle für Europa.“

Die Salzburger Pfingstfestspiele boten von 2007 bis 2011 Gelegenheit, zahlreiche Werke dieser bisher auf den europäischen Bühnen unterrepräsentierten Komponisten kennenzulernen: so etwa 2008 Giovanni Paisiellos dramma giocoso Il matrimonio inaspettato und Johann Adolph Hasses Oratorium I pellegrini al sepolcro di Nostro Signore und ein Jahr später Paisiellos Missa defunctorum sowie Niccolò Jommellis dramma per musica Demofoonte. Als Höhepunkte des Jahres 2010 sind die Interpretationen zweier Vertonungen von Pietro Metastasios Libretto Betulia liberata, und zwar von Wolfgang Amadeus Mozart und Niccolò Jommelli, zu erwähnen.

Das Ravenna Festival ist Koproduktionspartner der Pfingstfestspiele seit 2007. Weitere internationale Koproduktionen: Domenico Cimarosas opera buffa Il ritorno di Don Calandrino wurde als Gastspiel in das Theater Las Palmas eingeladen. Niccolò Jommellis opera seria Demofoonte war eine Koproduktion mit der Opéra National de Paris. Die diesjährige Produktion I due Figaro von Saverio Mercadante wird außerdem im Teatro Real Madrid zu sehen sein.

Die Salzburger Pfingstfestspiele werden exklusiv unterstützt von der Uhrenmanufaktur A. Lange & Söhne, die 2010 ihr 165-Jahre-Jubiläum feierten. Besonderer Dank gilt auch dem sozialen Engagement von A. Lange & Söhne, die für die Aktion „Hunger auf Kunst und Kultur“ Karten für Oper und Konzerte gestiftet haben und somit Menschen, die unterhalb der Armutsgrenze leben, den Besuch dieses kulturellen Ereignisses ermöglichen.



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