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PROGRAMMDETAIL

Zyklus Gustav Mahler • Mahler III

PROGRAMM

GUSTAV MAHLER • Symphonie Nr. 3 d-Moll (1895/96)

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INTERPRETEN

Gustavo Dudamel, Dirigent
Anna Larsson, Mezzosopran
Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor
Wolfgang Götz, Choreinstudierung
Simón Bolívar National Youth Choir of Venezuela
Simón Bolívar Symphony Orchestra of Venezuela

ZUR PRODUKTION

2011 machte das Simón Bolívar Symphony Orchestra, das als das bekannteste Ensemble und weltweit enthusiastisch gefeiert an der Spitze von El Sistema steht,  in Salzburg mit einer umjubelten Aufführung von Mahlers 2. Symphonie Lust auf mehr. Bei den diesjährigen Salzburger Festspie­len präsentiert das venezolanische Symphonieorchester (ehemals Simón Bolívar Youth Orchestra) unter Gustavo Dudamel gleich drei Mahler-Symphonien und wird auch - in deutlich kleinerer Besetzung - mit Mozarts Missa c-Moll in der Stiftskirche St. Peter mit zwei Konzerten zu erleben sein.

Das Orchester besteht aus über 200 jungen Musikern, die im Rahmen von Meisterklassen und Konzerten ein anspruchsvolles Repertoire erkunden. Eingeladen werden dafür regelmäßig Solisten führender Orchester und Institutionen, darunter Mitglieder der Berliner Phil­harmoniker, der finnischen Sibelius-Akademie, der Internationalen Bachakademie Stuttgart und des New England Conservatory of Boston.  Sechs Monate im Jahr arbeitet das Orchester mit seinem Musikdirektor Gustavo Dudamel zusammen, mit dem es 2008 auch bei den Salzbur­ger Festspielen debütierte.

Das Orchester hat unter international renommierten Dirigenten wie Simon Rattle und Claudio Abbado gespielt, hat ausgedehnte Tourneen durch Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika unternommen und ist bei allen großen Festivals und in den wichtigsten Musikzentren auf-getreten, darunter BBC Proms, Salle Pleyel, Carnegie Hall, Walt Disney Hall in Los Angeles und im Wiener Konzerthaus.

Ohne Titel, © Eva Schlegel

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EDITORIAL 2013

Das Konzert 2013

von Alexander Pereira und Florian Wiegand

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Gustav Mahler
Die neun Symphonien

„Symphonie heißt mir eben: mit allen Mitteln der vorhandenen Technik eine Welt aufbauen.“ Der anlässlich seiner Dritten geäußerte, vielzitierte Satz darf als Motto über Gustav Mahlers ganzem Schaffen stehen. Seine Welt, das ist die längst hoffnungslos disparat gewordene Donaumonarchie in all ihrer Vielfalt und mit allen Widersprüchen und Gegensätzen – und das bedingt auch die für Mahler typischen stilistischen Querstände, extremen Kontraste und verblüffenden Gleichzeitigkeiten: Nicht nur Naturlaut und Volkslied, sondern auch Militärmarsch, Blasmusikfanfare und Tanzmusik finden Eingang in den bürgerlichen Konzertsaal und stehen gleichrangig neben der hehren, altehrwürdigen Kunst – wofür ein Kritiker dem Komponisten einmal gleich ein paar Jahre Gefängnis aufbrummen wollte. Dieser Zugang war zu kühn und neu, als dass er unwidersprochen geblieben wäre oder auf breites spontanes Verständnis hätte stoßen können. Dass Märsche in den Tod führen wie im Finale der Sechsten oder überhaupt ein zunächst gemessenes, dann wie irrwitzig explodierendes Kondukt begleiten wie etwa im Stirnsatz der Fünften, dass in gespenstischen Walzern immer wieder der Tod seine Fidel streicht, dass Polkas Verzweiflung übertünchen oder speziell Klezmer-Klänge unter Tränen lachen können, das alles hat „er als erster von allen und in dieser Weise nur er allein“ (H. H. Eggebrecht) in Tönen verwirklicht. Was wir hören, ist vielfach gespiegelt: Musik über Musik. Weist Mahlers Schaffen schon dadurch stets über den Abbildcharakter einer bloß anhäufenden Bestandsaufnahme heraus, formuliert sie dennoch auch eine Utopie, die er als „Sehnen über die Dinge dieser Welt hinaus“ benannt hat und die ihn dazu bringt, in seine Musik im doppelten Sinne einzugreifen – etwa im berühmten „Durchbruch“ der Ersten. „Ich sage Dir, mir ist manchmal selbst unheimlich zu Mute bei manchen Stellen, und es kommt mir vor, als ob ich das gar nicht gemacht hätte. Man ist sozusagen selbst nur ein Instrument, auf dem das Universum spielt.“

Walter Weidringer