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JOSEPH HAYDN • Die Jahreszeiten – Oratorium für Soli, Chor und Orchester Hob. XXI:3
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EDITORIAL 2013
von Alexander Pereira und Florian Wiegand
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Wiener Philharmoniker
Verdi und Wagner: Dem Doppeljubiläum der beiden widersprüchlichen, die Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts auf jeweils eigene Art ungemein prägenden Komponisten erweisen selbstverständlich auch die Wiener Philharmoniker, die tragende Säule der Salzburger Festspiele mit vier Opernproduktionen und ihrem Konzertzyklus, ihre Reverenz – gemeinsam mit erlesenen Solisten und Dirigenten. Vom lyrischen Siegfried-Idyll eingeleitet, erklingt da etwa unter Lorin Maazel der exemplarisch mitreißende erste Aufzug von Wagners Walküre, aus tiefer Verzweiflung mündend in eine alle Grenzen überschreitende Feier von Lust und Liebe – und steht Verdis Requiem gegenüber, dieser grandios-monumentalen, in ihrer mitfühlenden Subjektivität aber stets von fundamentalen Zweifeln unterfütterten Totenmesse, die Riccardo Muti zum Klingen bringt. Dazu zwei großartige, auf verschiedene Weise moderne 5. Symphonien: jene von Gustav Mahler – dirigiert von Zubin Mehta –, die mit einem Leichenzug anhebt, aber dann, ähnlich wie der erste Walküren-Aufzug, aus Nacht zum Licht durchbrechen kann. Und jene von Anton Bruckner, in welcher der oberösterreichische Meister die alten Künste von Choral und Kontrapunktik zu feierlich-religiöser Aura nützt und gleichsam einen klingenden Sakralbau von mystischer Wirkung schafft, für dessen zwingende Darstellung Christian Thielemann längst berühmt ist. Zum Auftakt aber tritt Nikolaus Harnoncourt zu Haydns Oratorium Die Jahreszeiten ans Pult, in dem der Mensch als Teil der Natur und ihres zyklischen Wandels dargestellt wird – gegossen in vielfach lautmalerische, unmittelbar verständliche Klänge im Sinne von Rousseaus Appell „Zurück zur Natur!“, der in unserer Zeit längst eine neue Dringlichkeit angenommen hat.
Walter Weidringer
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