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PROGRAMMDETAIL

Zyklus Anton Bruckner • Bruckner III

PROGRAMM

WOLFGANG A. MOZART • Konzert für Klavier und Orchester c-Moll KV 491

ANTON BRUCKNER • Symphonie Nr. 3 d-Moll

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Daniele Gatti, Dirigent
Lang Lang, Klavier
Wiener Philharmoniker

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„Kein Cäsar würde den Componisten fürchten, und doch komponiert er nichts als Hochverrath, Empörung und Tyrannenmord“: Es bedurfte eines erklärten Gegners von Anton Bruckner, um das subversive Potenzial im Schaffen des vielfach als bieder-devot beschriebenen Menschen hellsichtig zu benennen. Bruckner sei, so der Kritiker Max Kalbeck 1885 weiter, „der Gefährlichste unter den musikalischen Neuerern des Tages: seine Gedanken liegen außer aller Berechnung, und das Unvermittelte in ihnen besitzt eine verführerische, magische Kraft“. – Ob nun dämonisiert, als naiver Hinterwäldler abgetan oder von seinen Getreuen geradezu heiliggesprochen, schuf er kompromisslose Partituren „für spätere Zeiten“ und war doch durch quälerische Selbstkritik und die Aussicht auf kurzfristigen Erfolg zu Konzessionen und Umarbeitungen bereit: Genialische Widersprüche scheinen Leben und Werk Anton Bruckners zu prägen, die zugleich seinen singulären Rang in der Musikgeschichte untermauern. Als glühender Wagner-Verehrer wurde er zu den fortschrittlichen „Neudeutschen“ gerechnet, was ihn jedoch nicht daran hinderte, mit Beharrlichkeit an der Gattung der Symphonie festzuhalten, die er sich zu einem eigenen Typus formte, der musikalisch verblüffend wenig mit Wagner zu tun hat. Die Entwicklung von Themen aus geheimnisvollem Raunen, komplexe kontrapunktische Durchwirkung, markige Musizierlust, die Erhabenheit von Chorälen und mehr, all das bildet, in riesenhafte Steigerungswellen gegossen, eine monumentale musikalische Architektur voll rückhaltloser Expression, jäher Abgründe, spiritueller Obertöne und immer wieder bestürzender Modernität. Von der aufmüpfig-widerborstigen Ersten, dem „kecken Beserl“, das Bruckner im Alter von über 40 Jahren schuf, bis zu der in kindlicher Frömmigkeit „dem lieben Gott“ gewidmeten, mystisch-transzendentalen Neunten, die 30 Jahre später unvollendet bleiben sollte, fächern illustre Bruckner-Interpreten der Gegenwart diesen faszinierenden symphonischen Kosmos auf.

Walter Weidringer

EDITORIAL 2014

Das Konzert 2014

von Alexander Pereira und Florian Wiegand

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