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PROGRAMMDETAIL

Giuseppe Verdi • Il trovatore

Dramma lirico in vier Teilen von Giuseppe Verdi (1813–1901)
Libretto von Salvadore Cammarano (1801–1852) und Leone Emanuele Bardare (1820–1874) nach dem Drama El trovador (1836) von Antonio García Gutiérrez

Mit deutschen und englischen Übertiteln

Dauer der Oper ca. 3 Stunden.

Programm drucken (PDF)

LEADING TEAM

Daniele Gatti, Musikalische Leitung
Alvis Hermanis, Regie und Bühne
Eva Dessecker, Kostüme
Gleb Filshtinsky, Licht
Ineta Sipunova, Videodesign
Gudrun Hartmann, Philipp M. Krenn, Regiemitarbeit
Uta Gruber-Ballehr, Bühnenbildmitarbeit
Ronny Dietrich, Dramaturgie
Ernst Raffelsberger, Choreinstudierung
Huw Rhys James, Assistenz Choreinstudierung
Patrick Furrer, Musikalischer Assistent

BESETZUNG

Anna Netrebko, Leonora
Marie-Nicole Lemieux, Azucena
Diana Haller*, Ines
Francesco Meli, Manrico
Plácido Domingo, Artur Ruciński, Il Conte di Luna
Riccardo Zanellato, Ferrando
Gerard Schneider*, Ruiz / Un messo
Raimundas Juzuitis*, Un vecchio zingaro
Mitglieder der Angelika-Prokopp-Sommerakademie der Wiener Philharmoniker
Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
Wiener Philharmoniker

*Mitglied des Young Singers Project

An den Terminen 18., 21. und 24. August singt Artur Ruciński Il Conte di Luna anstelle von Plácido Domingo.

ZUR PRODUKTION

„Mutig und modern“ solle er schreiben, bat Giuseppe Verdi seinen Librettisten Salvatore Cammarano, nachdem er 1850 in dem Theaterstück El trovador von Antonio García Gutiérrez einen Stoff entdeckt hatte, der ihn zur Vertonung reizte. Zusammen mit einer kleinen Gruppe anderer Stücke – darunter auch Don Alvaro (1835), ein Werk des Herzogs von Rivas,  das die Vorlage für Verdis La forza del destino lieferte – kennzeichnete El trovador das Aufkommen einer kurzlebigen, aber eigenständigen Variante spanischer Schauerromantik, die zwar der französischen Romantik Victor Hugos verpflichtet war, jedoch eine besondere eigene emotionale und spirituelle Prägung besaß. El trovador, oberflächlich betrachtet ein historisches Drama, das zur Zeit der aragonesischen Kriege im frühen 15. Jahrhundert spielt, handelt in Wahrheit von einer Krise der religiösen, sozialen und politischen Autorität, die sich in García Gutiérrez eigener Epoche auftat.

Sicher waren es die Kühnheit und Originalität des spanischen Stücks – seine bizarren Gestalten und Ereignisse, sein gesellschaftlich und moralisch provokanter Charakter –, die Verdis Interesse erregten. Zwei Männer, die nicht wissen, dass sie Brüder sind, liefern sich erbitterte Kämpfe, sowohl auf dem Schlachtfeld wie auch in der Liebe zu ein und derselben Frau. Der eine, Graf Luna, glaubt sich aufgrund seines adeligen Standes berechtigt, die Liebe der Gräfin Leonora für sich beanspruchen zu können; der andere, Manrico, durch eine Reihe widriger Umstände von der Zigeunerin Azucena an Sohnes statt großgezogen, ist Leonora in wahrer Liebe verbunden. Das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Verdi bezeichnete den Stoff als „herrlich, fantastisch und mit gewaltigen Situationen“, und spornte den wenig begeisterten Cammarano am 4. April 1851 in einem Brief an: „Wenn es in der Oper weder Cavatinen noch Duette, Terzette, Chöre und Finali und so weiter gäbe und das Ganze nur aus einer einzigen Nummer bestände, würde ich das um so richtiger und passender finden. Aus diesem Grunde würde ich sagen, wenn Du es vermeiden könntest, mit einem Eingangschor zu beginnen (alle Opern beginnen mit einem Chor!), um statt dessen direkt mit dem Lied des Troubadours einzusetzen, und die ersten beiden Akten zu einem zu verschmelzen, dann wäre dies eine gute Sache.“

Diesen Gefallen tat ihm Cammarano nicht, im Gegenteil. Er lieferte ihm einen Entwurf, der mit seiner konventionellen Einteilung in einzelne Nummer sogar zurückfiel hinter den mit Rigoletto eingeschlagenen Weg einer Auflösung des alten Schemas. Dennoch erkannte Verdi offenbar nach anfänglicher Enttäuschung das Potenzial dieses Entwurfes im Hinblick auf den ungewöhnlichen Stoff. „[…] setz den Troubadour nur so fort, wie Du es in der Introduktion gemacht hast, und ich werde mich äußerst glücklich schätzen“, schrieb er seinem Librettisten knapp drei Monate später am 25. Juni.

In der Tat gestattete gerade die traditionelle Anlage des Librettos jene Modernität des kompositorischen Zugriffs, die dem Komponisten in der Folge gerne zum Vorwurf gemacht wurde. Auffällig ist die Zurücknahme der Rezitative, denn Verdi hat in seinem Trovatore – ganz im Sinne der spanischen Dramenvorlage – geschlossene und autonome Bilder gegeneinander geschnitten und auf eine kontinuierlich sich entfaltende Handlung verzichtet. Im Zentrum der einzelnen, streng geometrisch angeordneten Bilder stehen groß angelegte Erzählungen, die weit zurückliegende Vorkommnisse vergegenwärtigen und die Folie liefern für die von Verdi vorgeführten elementaren Gefühle der Liebe, der Eifersucht, des Hasses und der Rache, als deren Opfer sich die Protagonisten – blind ihren Leidenschaften ausgeliefert – erweisen: Leonora, die um der Liebe willen den Freitod wählt, die Zigeunerin Azucena, deren Rachsucht das Drama auslöst und jede ihrer Handlungen begleitet, Manrico, der in seiner Eifersucht die sterbende Leonora der Untreue bezichtigt, und Graf Luna, der in Unkenntnis der wahren Zusammenhänge von Hass getrieben den eigenen Bruder tötet.

In ständigem Wechsel der Perspektive fungiert Verdis Musik einerseits als neutraler Beobachter der Situationen, um dann unvermittelt ins Innerste der Figuren zu zoomen und deren Emotionen aufs Extremste auszuloten. Damit einher geht ein permanentes Überblenden von Vergangenheit und Gegenwart, das geradezu filmisch anmutet.

Aller negativen Stimmen zum Trotz eroberte sich die am 19. Januar 1853 im römischen Teatro Apollo uraufgeführte Oper, die das Mittelstück von Verdis sogenannter „trilogia popolare“ – Rigoletto, Il trovatore, La traviata – bildet, im Sturm das Publikum und nimmt bis heute im Gesamtschaffen des Komponisten einen hervorragenden Platz ein.

Ronny Dietrich

SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Artur Ruciński singt Conte di Luna anstelle von Plácido Domingo in den weiteren Vorstellungen von „Il trovatore“

17 AUG2014

by FESTSPIELKIEBITZ  16:07 h;
veröffentlicht in: Oper, Allgemein

Wegen einer akuten Infektion der Blase und der Atemwege mit sehr hohem Fieber, muss Plácido Domingo leider die Vorstellungen von Il trovatore am 18., 21. und 24. August 2014 absagen. An seiner Stelle wird Artur Ruciński den Conte di Luna singen.

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Der Regisseur Alvis Hermanis über „Il trovatore“

9 AUG2014

by FESTSPIELKIEBITZ  11:55 h;
veröffentlicht in: Oper, Allgemein

Heute Abend feiert die Neuinszenierung von Giuseppe Verdis Oper Il trovatore Premiere im Großen Festspielhaus. In der Inszenierung von Alvis Hermanis singen Anna Netrebko als Leonora, Marie-Nicole Lemieux als Azucena und Francesco Meli als Manrico und Plácido Domingo als Il Conte di Luna in den Hauptrollen unter der Leitung von Daniele Gatti! Toi Toi Toi an alle Beteiligten!

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Festspielerlebnisse in Funk und Fernsehen

7 AUG2014

by FESTSPIELKIEBITZ  11:51 h;
veröffentlicht in: Oper, Konzert, Allgemein

Wie in den Vorjahren werden zahlreiche Produktionen der Salzburger Festspiele in Kooperation mit den exklusiven Medienpartnern UNITEL CLASSICA, ORF und ServusTV im TV und Rundfunk übertragen. Dies ist ein wunderbare Möglichkeit, die Salzburger Festspiele zu erleben, auch wenn Sie kein Glück hatten, Tickets zu erhalten, und nicht das Festspiel-Erlebnis missen möchten, denn manche Übertragungen sind sogar live! Hier finden Sie einen Auszug aus dem vielfältigen Übertragungsprogramm – markieren Sie sich die Termine gleich in Ihrem Kalender!

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Il trovatore wird vom ORF in Koproduktion mit UNITEL und ZDF für Arte in Zusammenarbeit mit den Salzburger Festspielen, den Wiener Philharmonikern und CLASSICA aufgezeichnet und wie folgt ausgestrahlt:
15.08.2014 um 20.15 Uhr auf ORF 2 und Arte sowie auf CLASSICA

Weiters wird die Produktion am 15.08.2014 um 16.00 Uhr live und zeitversetzt auf Medici TV übertragen.

Ausschnitte werden am 22.08.2014 um 24.00 Uhr im ZDF in „Anna Netrebko – Die Kunst der Verwandlung“ gezeigt. 

Eine Aufzeichnung der Premiere wird vom ORF Hörfunk am Samstag, 09. August, um 19.00 Uhr live im Programm Ö1 gesendet.

Änderungen vorbehalten!