EN
DE

PROGRAMMDETAIL

Montblanc & Salzburg Festival Young Directors Project
Miloš Lolić • YDP I • Hinkemann

Tragödie in drei Akten von Ernst Toller

Neuinszenierung
Koproduktion mit dem Düsseldorfer Schauspielhaus

In deutscher Sprache mit englischen Übertiteln

Dauer ca. 1 Stunde 30 Minuten.

PREMIERE

  • 31. Juli, 20:00 Uhr

AUFFÜHRUNGEN

  • 01. August, 20:00 Uhr
  • 02. August, 20:00 Uhr
  • 03. August, 20:00 Uhr

SPIELSTÄTTE

republic

Programm drucken (PDF)

LEADING TEAM

Miloš Lolić, Regie
Sabine Kohlstedt, Bühne
Jelena Miletić, Kostüme
Nevena Glušica, Komposition
Almut Wagner, Dramaturgie

BESETZUNG

Jonas Anders, Hinkemann
Katharina Schmidt, Grete Hinkemann, seine Frau
Irene Kugler, Die alte Frau Hinkemann
Daniel Christensen, Paul Großhahn
Rainer Galke, Max Knatsch
Markus Danzeisen, Sebaldus Singegott
Frank Seppeler, Michel Unbeschwert
Christian Ehrich, Budenbesitzer
Jakob Ernst, Kleiner Junge

ZUR PRODUKTION

„Wir haben soviel Krüppel seit dem Krieg.
Was ist mit denen?“

Friede heißt nicht immer, dass der Krieg schon vorbei ist. Manchmal beginnt der Kampf gerade erst.

1914 war Ernst Toller zwanzig Jahre alt und studierte in Frankreich. Bei Ausbruch des Krieges kehrte er nach Deutschland zurück und rückte zum Militär ein. Er ging als Freiwilliger an die Front und kämpfte bei Verdun, wo er für seine Tapferkeit ausgezeichnet wurde, bevor er einen physischen und psychischen Zusammenbruch erlitt. Er wurde aus dem Militärdienst entlassen, setzte seine Studien fort und trat der Sozialdemokratischen Partei bei. Im Anschluss an den Sturz der Bayerischen Monarchie, die November-Revolution von 1918 und die Ermordung des Premierministers war Toller im April 1919 sechs Tage lang Präsident der Münchner Räterepublik, dafür musste er die folgenden fünf Jahre ins Gefängnis. Dort schrieb er das Stück Hinkemann.

Auf den ersten Blick erscheint Eugen Hinkemann als ein Bild von einem Mann; groß und gut gewachsen. Ein Arbeiter. Ein Mann, der darauf vorbereitet wurde, für sein Vaterland zu kämpfen. Im Wirklichkeit leidet er an einer physischen wie psychischen Verwundung der besonders schrecklichen und entwürdigenden Art. Er kehrte aus einem Krieg zurück, in dem man ihm seine Männlichkeit im wahrsten Sinn des Wortes weggeschossen hat.

Die Stärke von Tollers Stück liegt in der Darstellung von Ereignissen, die, obwohl symbolisch gemeint, in einer derart brutalen und furchtbaren Epoche angesiedelt sind, dass sie trotzdem realistisch wirken. Der Preis für den Krieg ist nicht für alle gleich; weder unter Nationen noch unter Individuen. Ähnlich wie auf internationaler Ebene die Bedingungen für die Beendigung des Ersten Weltkriegs bei den Deutschen zur Ursache für tiefgehende Ressentiments und zu einem wesentlichen Faktor für die Instabilität des politischen Klimas nach 1919 wurden, konfrontiert uns Tollers Hinkemann mit einem Individuum, dessen Leidensgeschichte extrem anmutet – selbst vor dem Hintergrund dieser im Krieg besiegten Gesellschaft.

In einer Welt der Verlierer, die von Armen und Depressiven bevölkert ist, in der jedermann nach kurzen Augenblicken der Befriedigung giert und jegliche Gelegenheit ausnützt, um sein beschädigtes Selbstbewusstsein zu stärken, ist Hinkemann zu allem bereit, um sich und seiner Frau den Lebensunterhalt zu sichern und ihren Respekt zu erringen. Wenn ihm das nicht gelingt, so denkt er, was bleibt ihm dann noch?

Miloš Lolić studierte Theater- und Rundfunkregie an der Belgrader Universität für Darstellende Kunst und erhielt für seine Inszenierung von Robert Musils Die Schwärmer den BITEF-Preis. Seine Produktion von Falk Richters God is a DJ wurde 2011 beim Radikal Jung Festival präsentiert. 2012 erhielt er den Nestroy-Preis in der Kategorie „Bester Nachwuchs“ für seine Inszenierung von Wolfgang Bauers Magic Afternoon am Wiener Volkstheater.

David Tushingham
Übersetzt von Vera Neuroth

SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Montblanc & Salzburg Festival Young Directors Award 2014 geht an den 31-jährigen Nicolas Charaux

21 AUG2014

by FESTSPIELKIEBITZ  12:09 h;
veröffentlicht in: Schauspiel, Allgemein

Heute wurde der Montblanc & Salzburg Festival Young Directors Project 2014 verliehen! Die Produktion Der Abschied von Walter Kappacher in der Regie von Nicolas Charaux wurde für die beste Regieleistung mit dem Montblanc Young Directors Award ausgezeichnet. Lesen Sie hier mehr über die Wahl der Jury.

weiterlesen ...

Montblanc & Salzburg Festival Young Directors Project 2014

31 JUL2014

by FESTSPIELKIEBITZ  16:52 h;
veröffentlicht in: Schauspiel

Seit 2002 bereichert das Young Directors Project das Programm der Salzburger Festspiele. Großzügig unterstützt von Montblanc International wird heuer dieser erfolgreiche Wettbewerb für junge, internationale Theaterregisseure und ihre Ensembles nach erfolgreicher 13-jähriger Partnerschaft zum letzten Mal Bestandteil der Salzburger Festspiele sein. Montblanc unterstützt mit seinem Sponsoring die Auswahl und Einladung der Produktionen nach Salzburg sowie die anfallenden Kosten vor Ort. Zusätzlich zum gesamten Projektsponsoring stiftet Montblanc den Preis für die beste Regiearbeit. Der Gewinner des Montblanc Young Directors Award erhält ein Preisgeld in der Höhe von Euro 10.000,-- und den exklusiv für dieses Projekt entworfenen Max Reinhardt Pen.

weiterlesen ...

Pressure – Bildausschnitt, © Robert Longo

LOGIN | PASSWORT VERGESSEN

SPONSOR

Das YDP-Programm wird großzügig unterstützt von Montblanc International. Zusätzlich stiftet Montblanc den mit € 10.000,- dotierten Preis und den exklusiven Mozart Pen für die beste Regie. Die Verleihung des Montblanc Young Directors Award findet am Donnerstag, dem 21. August 2014 statt.

EDITORIAL 2014

Das Schauspiel 2014

von Sven-Eric Bechtolf

Download PDF