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1998

24. Juli bis 30. August

Die Pfingstfestspiele, ein Erbe Herbert von Karajans, werden in ein Barockfestival umgewidmet: mit einem großen Stadtfest, der Aufführung von Cavallis Oper La Calisto und sieben exklusiv dem vorklassischen Repertoire vorbehaltenen Konzerten. Ivan Nagels Ägide im Schauspiel entpuppt sich als Intermezzo; erkrankt an „morbus salisburgensis“ – so die Eigendiagnose – tritt er schon nach seiner ersten Spielzeit zurück. Folgenlos bleibt dieses Zwischenspiel aber nicht: Nagels Initiative ist die Reihe „Dichter zu Gast“ zu verdanken, die mit Elfriede Jelinek anhebt. Jelineks Robert Walser-Stück er nicht als er gelangt in der kongenialen Regie von Jossi Wieler zur Uraufführung; nicht mindere Beachtung findet Robert Wilsons Inszenierung von Dantons Tod. Sechs Neuproduktionen und der Jedermann stehen auf dem Schauspielprogramm – fraglos ein Spitzenwert; allerdings werden sämtliche Stücke ausschließlich in Koproduktion angeboten, eine Entwicklung, die Salzburgs Exklusivität bedroht. Erstmals seit Beginn der Ära Mortier stehen mehr Wiederaufnahmen als Neuinszenierungen auf dem Opernspielplan. Insbesondere mit Zadeks Mahagonny und Marthalers Katja Kabanowa gelingen jedoch durchschlagende Erfolge. Als neuer Sponsor stößt Siemens zu Nestlé und Audi. Betty Freeman erklärt sich bereit, die Opernuraufführungen der Folgejahre mit 300.000 $ zu unterstützen.

1998: Herbert Wernicke probt Verdis Don Carlo. Foto: Bernd Uhlig

Koproduktion mit dem Berliner Ensemble
Georg Büchner
Dantons Tod
Regie und Bühne: Robert Wilson
Kostüme: Frida Parmeggiani
Landestheater

Uraufführung
Hal Hartley
Soon
Regie: Hal Hartley
Bühne und Kostüme: Steve Rosenzweig
Perner-Insel Hallein

Koproduktion mit dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg
Elfriede Jelinek
er nicht als er (zu, mit Robert Walser)
Regie: Jossi Wieler
Bühne: Anna Viebrock
Kostüme: Anja Rabes
Elisabethbühne

Koproduktion mit dem Theater Basel
William Shakespeare
Troilus und Cressida
Regie: Stefan Bachmann
Bühne: Ricarda Beilharz
Kostüme: Annabelle Witt
Stadtkino

Koproduktion mit Ex Machina, Québec
Robert Lepage
Geometry of Miracles
Regie: Robert Lepage
Bühne: Carl Fillion
Kostüme: Marie-Chantale Vaillancourt
Perner-Insel Hallein

Gastspiel des Berliner Ensembles
Else Lasker-Schüler
Die Reise nach Jerusalem
Regie: Brigitte Landes
Bühne und Kostüme: Wigand Witting
Mit Angela Winkler
Landestheater

Dichterin zu Gast
Elfriede Jelinek

Neuinszenierung
Kurt Weill
Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
Dirigent: Dennis Russell Davies
Regie: Peter Zadek
Bühne: Richard Peduzzi
Kostüme: Norma Moriceau
Großes Festspielhaus

Koproduktion mit dem Théâtre du Capitole Toulouse
Leoš Janáček
Katja Kabanowa
Dirigent: Sylvain Cambreling
Regie: Christoph Marthaler
Bühne und Kostüme: Anna Viebrock
Kleines Festspielhaus

Neuinszenierung
Giuseppe Verdi
Don Carlo
Dirigent: Lorin Maazel
Regie, Bühne und Kostüme: Herbert Wernicke
Großes Festspielhaus

Wiederaufnahmen: Jedermann, Fidelio, Saint François d’Assise, Die Entführung aus dem Serail, Le nozze di Figaro

Oper konzertant: Szymanowskis König Roger, Wagners Parsifal

Konzertzyklen: Next Generation (Olga Neuwirth), Go For Kurt Weill, Wiener Philharmoniker, Chor- und Orchesterkonzerte, Zeitgenosse Beethoven, Strawinsky & Mozart, Schumann, der Dichter, Kammerkonzerte, Solistenkonzerte, Liederabende, Mozart-Matineen, Kirchenkonzert

Festredner Kardinal Franz König: "Europa braucht ein neues geistiges Antlitz"

Details zu den einzelnen Jahren:

1990, 1991, 1992, 1993, 1994, 1995, 1996, 1997, 1998, 1999, 2000, 2001,