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2000

23. Juli bis 31. August

Turbulenzen gleich zu Jahresbeginn: Nach dem Regierungswechsel in Österreich und dem Eintritt der FPÖ in die Wiener Koalition kündigt Gerard Mortier seinen vorzeitigen Abschied an, tritt aber vier Wochen später von diesem Rücktritt wieder zurück. Die Politik verordnet den Festspielen Etatkürzungen um 2%, hinzu kommt die Auflage, dem neuen Intendanten Ruzicka einen ausgeglichenen Haushalt zu hinterlassen. Mortier kann diese Leistungen nur durch den Verzicht auf wichtige, aber kostspielige Projekte erbringen, so durch die Absage der Neuproduktion von Helmut Lachenmanns Das Mädchen mit den Schwefelhölzern, die für 2001 geplant ist. Sieben Opernpremieren kündigt gleichwohl der Spielplan 2000 an – so viel wie noch nie; drei davon sind jedoch Übernahmen, die zuvor schon andernorts gespielt wurden: Tristan und Isolde 1999 bei den Osterfestspielen, Idomeneo im Juni im Festspielhaus Baden-Baden, La Belle Hélène im Juli in Aix-en-Provence. Für internationale Aufmerksamkeit sorgt die Uraufführung von Kaija Saariahos L’amour de loin, die Kent Nagano und Peter Sellars herausbringen; auch Hans Neuenfels' Inszenierung von Così fan tutte und Claus Guths Deutung der Iphigénie en Tauride zählen zu den Höhenpunkten des Festspielsommers. Das Schauspiel setzt konsequent auf eine neue, junge Generation von Regisseuren: Martin Kušej bestreitet sein Salzburger Debüt mit dem Hamlet, Thomas Ostermeier inszeniert Jon Fosses Der Name und leitet mit dieser Aufführung einen regelrechten Boom mit Stücken des norwegischen Autors an deutschsprachigen Bühnen ein.

2000: Uraufführung von Kaija Saariahos L’amour de loin mit Dawn Upshaw (Clémence), Dagmar Pecková (Le Pèlerin) und Dwayne Croft (Jauvé Rudel), v.l.n.r.

Koproduktion mit der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin
Tennessee Williams
Endstation Sehnsucht
Regie: Frank Castorf
Bühne und Kostüme: Bert Neumann
Landestheater

Koproduktion mit dem Schauspiel Staatstheater Stuttgart
William Shakespeare
Hamlet
Regie: Martin Kušej
Bühne: Martin Zehetgruber
Kostüme: Bettina Walter
Perner-Insel Hallein

Koproduktion mit der Schaubühne am Lehniner Platz Berlin
Jon Fosse
Der Name
Regie: Thomas Ostermeier
Bühne: Rufus Didwiszus
Kostüme: Almut Eppinger
Stadtkino

Koproduktion mit Victoria & Les Ballets C. de la B., Gent
Alain Platel und Arne Sierens
Jedermann ist ein Indianer
Regie: Alain Platel und Arne Sierens
Bühne: Karina Lambert
Kostüme: Lieve Pynoo
Stadtkino

Dichter zu Gast
Christoph Ransmayr

Neuinszenierung
Hector Berlioz
Les Troyens
Dirigent: Sylvain Cambreling
Regie, Bühne und Kostüme: Herbert Wernicke
Großes Festspielhaus

Neuinszenierung
Wolfgang Amadeus Mozart
Così fan tutte
Dirigent: Lothar Zagrosek
Regie: Hans Neuenfels
Bühne und Kostüme: Reinhard von der Thannen
Kleines Festspielhaus

Koproduktion mit der Oper Nürnberg
Christoph Willibald Gluck
Iphigénie en Tauride
Dirigent: Ivor Bolton
Regie: Claus Guth
Bühne und Kostüme: Christian Schmidt
Residenzhof

Koproduktion mit den Osterfestspielen Salzburg und dem Maggio Musicale Fiorentino
Richard Wagner
Tristan und Isolde
Dirigent: Lorin Maazel
Regie: Klaus Michael Grüber
Bühne: Eduardo Arroyo
Kostüme: Moidele Bickel
Großes Festspielhaus

Uraufführung
Koproduktion mit dem Théâtre du Châtelet Paris und The Santa Fe Opera
Kaija Saariaho
L’amour de loin
Dirigent: Kent Nagano
Regie: Peter Sellars
Bühne: George Tsypin
Kostüme: Martin Pakledinaz
Felsenreitschule

Koproduktion mit dem Festival Aix-en-Provence
Jacques Offenbach
La Belle Hélène
Dirigent: Stéphane Petitjean
Regie, Bühne und Kostüme: Herbert Wernicke
Perner-Insel Hallein

Koproduktion mit dem Festspielhaus Baden-Baden
Wolfgang Amadeus Mozart
Idomeneo
Dirigent: Michael Gielen
Regie: Ursel und Karl-Ernst Herrmann
Bühne und Kostüme: Karl-Ernst Herrmann
Kleines Festspielhaus

Wiederaufnahmen: Jedermann, Don Giovanni

Oper konzertant: Cherubinis Médée, Nielsens Saul und David, Rimsky-Korsakows Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch, Tschaikowskys Pique Dame

Konzertzyklen: Wiener Philharmoniker, Gastorchester, Mozart-Matineen, Kirchenkonzert, „Haydn & Britten“, Johannes Brahms, Liederabende, Solistenkonzerte, Kammerkonzerte, Portrait Wolfgang Rihm, Drei Komponisten der Zeitenwende (Peter Eötvös, Friedrich Cerha, Pierre Boulez), Next Generation (Gerd Kühr)

Festredner Jakob Kellenberger: "Friede ist das Ergebnis harter Arbeit"

Details zu den einzelnen Jahren:

1990, 1991, 1992, 1993, 1994, 1995, 1996, 1997, 1998, 1999, 2000, 2001,