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2007

Der Sommer der Entdeckungen – Die Gegenwart spiegeln, die Welt spiegeln

„Das Bekannte gibt uns Schutz, das Neue hatte es immer schwer. Selten sind wir wie heute von Altem so überflutet worden, wir müssen klug sein, dass uns die Gegenwart nicht abhanden kommt. Wir wissen, wie unerlässlich kreatives Denken, Schaffen heute für morgen sein muss. Die Uhr geht nach vorne“, so Intendant Jürgen Flimm in seiner Festrede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele 2007.
Der Erfolg galt in diesem Sommer nicht zuletzt den jungen, hervorragenden Sängern wie Annette Dasch, Mojca Erdmann, Bernard Richter, Joseph Kaiser, Anna Samuil oder John Relyea, die die weltweite positive Resonanz der diesjährigen Festspiele mitgeprägt haben. Das Publikum erwies sich in diesem Jahr als besonders neugierig: Armida und Benvenuto Cellini, zwei Raritäten auf dem Spielplan, wurden beispielsweise mit Begeisterung entdeckt und aufgenommen.

Ebenso erfolgreich das Konzertprogramm: Als Conductor und Orchestra in Residence nahmen Daniel Barenboim und sein West-Eastern Divan Orchestra das Salzburger Publikum für sich ein. „Programmatische und personelle Konstellationen können vielleicht das erfüllen, was man sich zu recht von Festspielen erwartet“, so Markus Hinterhäuser, Leitung Konzert.

Glücklich über das begeisterungsfähige Publikum zeigte sich auch Thomas Oberender, Leiter des Schauspiels, der mit der erfolgreichen Quartett-Produktion im Carabinieri-Saal und mit Dichter zu Gast in Schloss Leopoldskron zwei neue Spielstätten für die Festspiele erschlossen hat. „Ich wollte die Monotonie der kulturellen Theatermarken durchbrechen. Das Publikum ist mit den hervorragenden, aber in Salzburg relativ unbekannten Schauspielern mitgegangen“, sagte Oberender.

Mit dem Vorhaben „Die Nachtseite der Vernunft“ zu beleuchten, wurden nicht nur der große Anteil von Stammgästen – über 70 Prozent der Besucher –, sondern auch neue Publikumsschichten vom diesjährigen Festspielprogramm überzeugt. Das Thema begleitende Festspielgespräche ergänzten den Spielplan und wurden begeistert angenommen.

Die Salzburger Festspiele 2007 (27. Juli – 31. August) erzielten eine Gesamtauslastung von 94% in 207 Veranstaltungen. Als besonders positiv streicht der kaufmännische Direktor Gerbert Schwaighofer heraus, dass auch die weniger bekannten Werke zu dieser hohen Auslastung beigetragen haben. Herauszuheben ist außerdem die Karten-Preispolitik: Liederabende, Solistenkonzerte, Uraufführungen von Fabre, Marthaler, Perceval, das Young Directors Project oder Dichter zu Gast konnten aufgrund attraktiver Preise vermehrt junges Publikum anziehen. 50% der aufgelegten Karten kosten unter € 100, beinahe 30% sogar nur € 50 und weniger.

Die Salzburger Festspiele sind auch als wichtiger wirtschaftlicher Motor ein Erfolgsmodell. Das zeigt eine aktuelle Studie der Salzburger Wirtschaftskammer: Die gesamtwirtschaftlichen Effekte der Festspiele sind auf € 225 Mio. gestiegen. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2002 mit € 168 Mio. bedeutet das eine enorme Steigerung. „Die Ergebnisse zeichnen ein imponierendes Bild der Salzburger Festspiele. Ergänzend zum kulturellen Aspekt der Weltkulturstadt, ist die wirtschaftliche Bedeutung der Salzburger Festspiele sowohl für die Region als auch für die öffentliche Hand von geradezu unschätzbarem Wert“, betont die Präsidentin der Festspiele Helga Rabl-Stadler.

Details zu den einzelnen Jahren:

2007, 2008, 2009, 2010