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2014

Die 94. Salzburger Festspiele 2014 standen ganz im Zeichen des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914. Schließlich war die Gründung der Salzburger Festspiele mit ihrem Völker verbindenden Anspruch auch eine Reaktion auf diese „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts.

100 Jahre nachdem die tödlichen Schüsse von Sarajevo Europa in den Abgrund stürzten, hielt der australische Historiker Christopher M. Clark als Festredner ein flammendes Plädoyer für die EU: „Die Europäische Union ist ein Projekt, das zu den größten Errungenschaften der Geschichte der Menschheit gehört.“ Die Katastrophe des Jahres 1914 sei eine Mahnung, wie furchtbar die Folgen sein können, wenn die Politik versagt, die Gespräche versiegen und kein Kompromiss mehr möglich ist.

Die Ouverture spirituelle widmete sich vor ausverkauften Sälen in diesem Sommer dem musikalischen Dialog von Christentum und Islam. Anton Bruckners Symphonien, interpretiert von den herausragenden Dirigentenpersönlichkeiten unserer Zeit und der Zyklus der Beethoven-Sonaten mit Rudolf Buchbinder begeisterte das Publikum. Die Reihe Salzburg contemporary setzte Wolfgang Rihm, Marc-André Dalbavie und, in Verbindung mit der Ouverture spirituelle, die neue Musik aus der Welt des Islams ins musikalische Zentrum. Richard Strauss war mit seinen wichtigsten Tondichtungen im Jubiläumsjahr ebenso präsent wie mit einer fulminanten Neuinszenierung der Oper Der Rosenkavalier unter Franz Welser-Möst im Großen Festspielhaus. Seit Monaten ausverkauft und dann mit stehenden Ovationen bedacht wurde die Neuinszenierung Il trovatore mit dem exquisiten Sängerensemble Francesco Meli, Anna Netrebko, Plácido Domingo und Marie-Nicole Lemieux. Zu Publikumsmagneten entwickelten sich Mozarts Don Giovanni, die erste in Salzburg aufgeführte Schubert-Oper Fierrabras und die Wiederaufnahme von Rossinis La Cenerentola.

Die Jedermann-Inszenierung von Julian Crouch und Brian Mertes verzauberte auch im zweiten Jahr das Publikum. Die Neuproduktionen von Karl Kraus’ Die letzten Tage der Menschheit, Ödön von Horváths Don Juan kommt aus dem Krieg, die Uraufführung Forbidden Zone von Duncan Macmillan und Katie Mitchell sowie die Produktionen des Young Directors Project und Suzanne Andrades Golem reflektierten die Weltkriegsthematik aus heutiger Sicht.

In Zahlen stellt sich die Publikumsbegeisterung für szenische Produktionen und Konzerte wie folgt dar: 271.301 Gästen aus 74 Nationen, darunter 35 außereuropäischen besuchten die 94. Salzburger Festspiele. Mit 28,5 Millionen Euro netto wurden um 1,2 Mio. Euro mehr umgesetzt als budgetiert.

Das Programm der Salzburger Festspiele 2014 bot 229 reguläre Veranstaltungen an 16 Spielstätten in den drei Sparten Oper, Konzert und Schauspiel:

•                37 Opernaufführungen (6 Produktionen)

•                3 konzertante Opernaufführungen (2 Opern)

•                84 Konzerte (71 verschiedene Programme)

•                64 Schauspielaufführungen (9 Produktionen)

•                2 Lesungen

•                4 YSP Masterclasses

•                34 Kinderprogrammaufführungen

•                Der Festspielball