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DAILY #30 - 31. AUGUST 2007

Rückblick

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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DAILY #29 - 30. AUGUST 2007

„Die Unvergleichlichen“

Die Wiener Philharmoniker sind seit 85 Jahren ein wichtiger Teil der Salzburger Festspiele. Heute, Donnerstag, verabschieden sie sich mit einem letzten Konzert unter Daniel Barenboim von den Festspielen 2007. Daily sprach mit Philharmoniker-Vorstand Clemens Hellsberg.

Den höchsten Verein in der Musik“, nannte sie Bruckner – und Strauss meinte: „Die Philharmoniker loben, heißt Geigen nach Wien tragen.“ Knappertsbusch bezeichnete sie als „die Unvergleichlichen“.

Auf 165 Jahre Geschichte blickt der Verein der Wiener Philharmoniker zurück. Begonnen hat alles 1842 mit dem ersten Philharmonischen Konzert in Wien unter dem Orchestergründer Otto Nicolai. Bis dahin gab es in Wien kein einziges ständiges Konzertorchester. Dem wollten die Musiker des k.k. Hof-Operntheaters Abhilfe schaffen. Die Symbiose zwischen Opernorchester und privatem Verein ist bis heute geblieben. Nur Musiker aus den Reihen des Orchesters der Wiener Staatsoper können nach einer Probezeit Wiener Philharmoniker werden. Der Operndienst garantiert den Mitgliedern eine finanzielle Stabilität, die für einen privaten Konzertunternehmer unfinanzierbar wäre.

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DAILY #28 - 29. AUGUST 2007

Vom Gefühl, gut aufgehoben zu sein

Der Verein der Freunde der Salzburger Festspiele ist einer der wichtigsten Partner für das Festival. Daily traf seinen Präsidenten Heinrich Spängler zum Gespräch.

Der Anlass für die Gründung war die Eröffnung des Großen Festspielhauses im Juli 1960, mit dem die Salzburger Festspiele auf einmal 2.000 Plätze mehr für ihr Publikum anzubieten hatten. Im folgenden Jahr rief daher Bernhard Paumgartner einen Verein ins Leben, in dem er einheimische und auswärtige Freunde der Festspiele versammelte, um die Bindung an Salzburg zu stärken und das Festival zu unterstützen. Heute zählt der Verein 2.000 Förderer und 2.300 ordentliche Mitglieder. Neben den wichtigen Zuwendungen ist der Verein aber auch ein Forum, das seinen Mitgliedern und den Festspielgästen während des Sommers zahlreiche Veranstaltungen, darunter Einführungsvorträge, Diskussionen, Künstlerbegegnungen oder etwa Ausstellungsbesuche, bietet.

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DAILY #27 - 28. AUGUST 2007

Partitur statt Comic-Heft

Sir Simon Rattle, britischer Ausnahme-Dirigent und Energiebündel, dirigiert in Salzburg zwei Konzerte seiner Berliner Philharmoniker im Großen Festspielhaus.

Sein Musikgeschmack kennt kaum Grenzen. Sir Simon Rattle, Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, legt sich nicht auf einen Stil fest. Der Brite fühlt sich mit Schubert, besonders mit Beethoven, Mahler, Mozart wohl, aber genauso mit Ligeti, Britten, Debussy.

Rattle wurde 1955 in Liverpool geboren und begann sich früh für Musik zu interessieren. Die Begeisterung wuchs und sein Vater Denis Rattle erinnerte sich, dass Simon schon als Siebenjähriger einfach da saß und eine Partitur las – „so wie andere Kinder ein Comic-Heft lesen“.

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DAILY #26 - 26. AUGUST 2007

Vorbereitungen auf den Tod

Requiem für eine Metamorphose heißt Jan Fabres jüngster szenischer Wurf, der am Sonntag in der Felsenreitschule uraufgeführt wird. Der Dramaturg Luk Van den Dries sprach für die Salzburger Festspiele mit Jan Fabre über die Beweggründe und Motive seiner Arbeit. Daily bringt Auszüge aus dem Gespräch.

Jan Fabre über seine Beziehung als Künstler zum Tod:

Als Mensch bin ich schon seit Jahren tot, sozial tot. Ich lebe nämlich über den Atem meines Werkes, und zieht man sich in die Atmung seines Werkes zurück, stirbt man sozial gesehen ab. Ich betrachte meine Kunst auch als eine Art Vorbereitung auf den Tod. Dieses Thema ist von Anfang an in meinem Œuvre anwesend.

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DAILY #25 - 25. AUGUST 2007

Die Suche nach dem Wiener Klang

Das Attersee Institute Orchestra lädt seit 1991 Musikstudenten aus aller Welt nach Österreich ein, um im Rahmen von Einzel- und Gruppenunterricht sowie Orchesterproben dem besonderen Klang der Wiener Philharmoniker nachzuspüren – und ihn neu zu erarbeiten.

Der „Wiener Klang“ ist kein Mythos. Es gibt ihn wirklich, den einzigartigen Klang der Wiener Philharmoniker, der von allen anderen Orchestern weltweit unterscheidbar ist, sogar digital messbar und graphisch darstellbar. Und er ist nicht nur an den besonderen Instrumenten festzumachen, die in Wien verwendet werden, etwa der Wiener Oboe, dem Wiener Horn oder der Wiener Pauke. Es sind vor allem die spezifischen tradierten Klangvorstellungen, die in diesem Orchester von den Musikern bewahrt und gepflegt werden.

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DAILY #24 - 24. AUGUST 2007

Der stille Abenteurer

Gidon Kremer feierte in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag. Dem großen Geiger zu Ehren finden sich die Kollegen Tatjana Grindenko, Mischa Maisky und Valery Afanassiev zum gemeinsamen Musizieren mit Gidon Kremer im Großen Festspielhaus ein.

Von ungläubigem Staunen und schierem Schrecken spricht Gidon Kremer, wenn er sich daran erinnert, als Herbert von Karajan und Leonard Bernstein ihn fragten, ob er mit ihnen musizieren wolle. Solch eine Aussage ist symptomatisch für diesen großen Musiker, der als Sohn eines baltisch-jüdischen Geigers und einer aus Karlsruhe stammenden Geigerin in Riga geboren wurde und heuer seinen 60. Geburtstag gefeiert hat.

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DAILY #23 - 23. AUGUST 2007

20 Jahre am Klavier

Lang Lang, chinesischer Pianist mit breitem Repertoire, beehrt Salzburg: der Auftritt eines Musikers, der bis in „Wetten dass …?“-Kreise berühmt ist und zugleich die Musik-Kritik begeistert.

Ehemaliges Wunderkind, 25 Jahre jung und Superstar: Der chinesische Pianist Lang Lang ist eines der vielen großen jungen Talente, die die Klassik-Szene kennt – doch eines der wenigen, denen offensichtlich ein längeres Bühnenleben beschieden ist: Mit drei Jahren setzte er sich ans Klavier, mit fünf spielte er öffentlich, und bereits mit neun Jahren studierte er an der Zentralen Musikhochschule in Peking. 1993 holte er den Ersten Preis beim Vierten Internationalen Jugend-Wettbewerb in Deutschland und 1995 ebenfalls den Ersten Preis beim Internationalen Tschaikowski-Wettbewerb. Spätestens seitdem er beim Saisoneröffnungskonzert des Nationalen Chinesischen Symphonie-Orchesters im Jahre 1996 den Solopart bestritt, erlangte er in seiner Heimat immense Popularität.

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DAILY #22 - 22. AUGUST 2007

Nachdenken über Schumann

Der junge deutsche Bariton Christian Gerhaher gehört zu den führenden Lied- und Opernsängern. Bei den Salzburger Festspielen interpretiert er gemeinsam mit seinem Klavierpartner Gerold Huber eine sehr stringente Auswahl an Schumann-Liedern. Mit Daily sprach er über sein Programm und kommende Opernpläne.

Es ist, als wäre den Festspielen glückhaft eine weitere Schumann-Szene zugefallen. Christian Gerhaher und sein ständiger Klavierpartner Gerold Huber geben am 22. August ihren ersten Liederabend bei den Salzburger Festspielen, nachdem Patricia Petibon ihre Mitwirkung hatte absagen müssen.

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DAILY #21 - 21. AUGUST 2007

Intelligente Sponsoren, glückliche Festspiele

Helga Rabl-Stadler, Präsidentin der Salzburger Festspiele, über die Notwendigkeit von Sponsoren und das häufig verbreitete Vorurteil der Einflussnahme auf das künstlerische Programm.

Fürchten Sie nicht auch, dass die Sponsoren Einfluss auf Ihr Programm nehmen?“, lautet eine der Lieblingsfragen des Feuilletons, gerade weil wir in diesem Sommer so erfolgreich beim Sponsoring sind. Und ich kann immer ebenso spontan wie ehrlich antworten: „Nein, das fürchte ich nicht. Unsere Sponsoren sind viel zu intelligent, um nicht zu wissen, dass inhaltliche Einflussnahme ein Bumerang wäre. Im Gegenteil, ich hoffe, unsere Sponsoren nehmen weiter in dem Sinne Einfluss, dass sie uns ermöglichen, Projekte zu verwirklichen, für die uns sonst das Geld fehlte.“

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DAILY #20 - 19. AUGUST 2007

Alle Macht den Zimmerlinden!

Christoph Marthaler probt und entwickelt Sauser aus Italien. Eine Urheberei. Die Kreation mit und ohne und rund um den Komponisten Giacinto Scelsi erlebt am Sonntag auf der Perner-Insel in Hallein ihre Uraufführung. Thomas Wördehoff hat die Proben beobachtet.

So muss Zaubern gehen. Keiner hatte ein lautes Wort gesagt. Auf jeden Fall standen sie plötzlich alle auf ihren Plätzen. Eben hatte die Gruppe noch in der riesigen Messehalle 7C an mehreren Tischen gesessen und mit großem Ernst den Käse aus Tirol, die Salami aus Kalabrien, das Brot aus Salzburg und die Butter von der Alm gegessen. Man hatte über die einschlägigen Lebensmittelmärkte, Metzgereien, Käsereien und Bäcker gefachsimpelt und nicht zuletzt Wackelfotos produziert. Und das geht so: Man muss, während man in die Kamera blickt, den Kopf stark hin- und herschütteln. Der Fotograf drückt mittendrin ab. Auf dem Foto sieht man dann einen seltsam unkontrollierten, leicht brutalen Gesichtsausdruck. Es ist ein Blick, den man schwerlich absichtlich herstellen kann.

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DAILY #19 - 18. AUGUST 2007

Erwachen im Zauberwald

Shakespeares Sommernachtstraum weht ab heute, Samstag, durch die Salzburger Festspielwelt. Menschen, Tänzer und Puppen treffen dafür im Landestheater aufeinander. Christian Weise inszeniert, Stephen Galloway choreographiert und der Puppenspieler Hans-Jochen Menzel haucht dem Puck Sommernachtsleben ein.

Christian Weise (Regisseur)

Der Sommernachtstraum gehört zu den Stücken, die ich schon immer gerne inszenieren wollte. Es ist eine wilde Mixtur aus Mysterienspiel, Volkstheater, Initiationsdrama und Komödie. Dabei ist das Stück streng komponiert: Fast modellhaft werden hier Welten geschaffen, nebeneinander gesetzt und durch Geschichten verknüpft. Schnell entsteht eine große Komplexität zwischen der geordneten Welt des Staates Athen und dem Wald, dem Reich der Geister mit ihrer anarchischen Kraft. Der Stoff, der alles verbindet, ist die Liebe, das Begehren – und die von Shakespeare ständig variierte Frage: Was ist Sein? Was ist Schein?

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DAILY #18 - 17. AUGUST 2007

Ahnung vom Unvorstellbaren

Hotel Modern aus Rotterdam gastiert als letzte Gruppe beim Young Directors Project. Mit LAGER, einer „theatralischen Animation in Echtzeit ohne Worte“, zeigen sie eine ungewöhnliche Auseinandersetzung mit dem Thema Holocaust. Pauline Kalker und Herman Helle gaben darüber Auskunft.

Daily: In De Grote Oorlog (Der große Krieg) thematisierten Sie 2000/01 das Schicksal der Soldaten im Ersten Weltkrieg. Bei LAGER aus dem Jahr 2005 sieht der Zuschauer eine Stunde lang das Geschehen im Konzentrationslager Auschwitz. Was hat Sie zu dieser Arbeit bewegt?

Kalker: Wir sind sehr interessiert an dem Thema Krieg. Mein Großvater starb in Auschwitz. Mein Vater überlebte nur, weil er sich verstecken konnte. Ich bin also selbst betroffen und ich möchte begreifen, was die letzten Tage meines Großvaters betrifft: wie er starb, in welchen Umständen er die letzten Wochen seines Lebens verbringen musste.

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DAILY #17 - 15. AUGUST 2007

Schule des Hörens als Schule des Lebens

Das West-Eastern Divan Orchestra unter Daniel Barenboim hat seine Residence heuer in Salzburg. Ein musikalischer Dialog als Vorbild für ein friedliches Miteinander, an dem sich auch Pierre Boulez, Patrice Chéreau, Thomas Hampson, Waltraud Meier und Dorothea Röschmann beteiligen.

Der Dirigent Daniel Barenboim spricht nicht nur von der „moralischen Verantwortung unserer Ohren“, er handelt auch. Als Weimar 1999 europäische Kulturhauptstadt war, versammelten er und der palästinensische Schriftsteller und Philosoph Edward Said junge Musiker aus Palästina, Israel, Jordanien, Libanon, Syrien und Ägypten, junge Menschen aus Ländern, zwischen denen kein Friede herrscht, zu einem Workshop. Der Zuspruch war so enorm, dass aus dem Workshop mehr wurde als eine einmalige Sache, das Langzeitprojekt West-Eastern Divan Orchestra.

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DAILY #16 - 14. AUGUST 2007

Die dunkle Nacht des Lichts

Die Salzburger Festspiel-Dialoge 2007 vertiefen bei Vorträgen und Gesprächen das Festspiel-Motto Die Nachtseite der Vernunft. Michael Fischer leitet die Festspiel-Dialoge seit 1994 und fragt in einem Daily-Essay nach dem „Stück Nacht, das jeder in sich trägt“.


Die Salzburger Festspiele sind alljährlich ein großer Spiegel: der Kunst selbst, der Gesellschaft, des Zeitgeistes, der Moden. Fragen über Fragen müssen stets neu beantwortet werden: Wo ist der gesellschaftliche Ort der Festspiele? Für welche Art von Schönheit müssen sie wirklich sorgen? Für die Wonnen der Alltäglichkeit oder für die Schönheit der Irritation, der Verstörung und Provokation? Sollen Festspiele aufdecken oder verdecken, aufklären oder verzaubern, sich dem wirtschaftlichen Zwang unterwerfen oder die brisanten gesellschaftlichen Herausforderungen aufgreifen?

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DAILY #15 - 12. AUGUST 2007

Jenseits des Marmeladenglases

Gérard Depardieu in Salzburg: Der vielseitige Schauspieler tritt als Erzähler in Hector Berlioz’ Lélio ou Le retour à la vie, dem kaum aufgeführten Finale der Symphonie fantastique, auf: Ein Konzert der Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Riccardo Muti.

Von Cyrano de Bergerac bis Obelix: Gérard Depardieu ist einer der meistbeschäftigten Filmschauspieler Frankreichs. Ob Komödie, Romanze, Drama oder Historienepos, Depardieu hat alles gespielt und mittlerweile über 170 Filme gedreht. Er arbeitete mit prominenten Vertretern der Nouvelle Vague zusammen, wie Jean-Luc Godard, Alain Resnais und François Truffaut, aber auch mit Regisseuren wie Maurice Pialat, André Téchiné, Marguerite Duras, Ridley Scott, Kenneth Branagh und vielen anderen. Depardieu ist einer der wenigen französischen Schauspieler, die auch regelmäßig in internationalen Produktionen zu sehen sind. Privat ist er Genießer: Im Anjou hat er ein eigenes Weingut, wo er keltert und verkauft. Mit zwei Restaurants, eigenem Kochbuch und viel Lebenslust inszeniert er sich als typisch französischer Hedonist.

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DAILY #14 - 11. AUGUST 2007

Von der moralischen Verantwortung unserer Ohren

Das West-Eastern Divan Orchestra ist heuer Orchestra in Residence bei den Salzburger Festspielen. Daniel Barenboim ist sein musikalischer Leiter und hat es mitbegründet.

Der palästinensische Gelehrte Edward Said und der Pianist und Dirigent Daniel Barenboim ergriffen 1999 die Initiative und riefen das West-Eastern Divan Orchestra ins Leben. Das Projekt vereint junge Musiker aus Israel, Palästina, dem Libanon, Syrien, Jordanien, Tunesien und Andalusien und führt so junge Menschen verfeindeter Nationen zum gemeinsamen Musizieren zusammen.

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DAILY #13 - 10. AUGUST 2007

Salzfass oder was?

Ein historischer Künstler als Opernheld? Und warum ausgerechnet der Renaissance-Goldschmied und Bildhauer Benvenuto Cellini? – Fragt Christian Arseni anlässlich der Salzburger Premiere der ersten Oper von Hector Berlioz.

Cellini? Fragt man nach seinen Werken, so mag einem die luxuriöse „Saliera“ im Wiener Kunsthistorischen Museum einfallen, dem Florenz-Besucher der bronzene Perseus auf der Piazza della Signoria … aber sonst? Tatsächlich gaben nicht Cellinis Kunstwerke den Anstoß zu Berlioz’ Oper, sondern seine Autobiographie. Der junge Komponist las die Vita 1834 und war ebenso fasziniert wie vor ihm schon Goethe (der sie auch übersetzte). Der Plan zu einer Oper war schnell gefasst.

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DAILY #12 - 09. AUGUST 2007

Von Liebe und Trauer

Plácido Domingo und die Sopranistin Ana María Martínez, die kurzfristig für den erkrankten Rolando Villazón einspringen konnte, durchreisen gemeinsam mit dem Mozarteum Orchester Salzburg unter der Leitung von Jesús López Cobos die weite Landschaft der spanischen Zarzuela.

Du wendest dich ab, während ich sterbe. Ich trauere, zu wissen, dass du nicht weinen kannst.“ – Der Liebesschmerz, die Melancholie und die Lust an beidem ist die bittersüße Essenz der Zarzuela, jener spanischen Musikgattung, in der sich Populärkultur und E-Musik vereinen.

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DAILY #11 - 08. AUGUST 2007

Das Jahr der Entdeckungen

Viele junge, ernsthafte Sänger feiern derzeit große Erfolge bei den Salzburger Festspielen und werden vom Publikum begeistert akklamiert. Ein neues, exzellentes Salzburger Ensemble wächst hier für die Zukunft zusammen. Ein Beitrag in Wort und Bild stellt die Künstler vor, die in den Opernproduktionen des heurigen Festspiel-Sommers mitwirken.

Nach den vielen erfolgreichen Premieren, die wir in der Oper schon hatten, stellen mir  Besucher immer die gleiche Frage: Wer ist denn diese Sängerin oder jener Sänger? Die Zuschauer meinen viele unserer fast noch unbekannten und doch so wunderbaren jungen Künstler. Annette Dasch, die mit Armida einen großen Triumph erlebt, die Zelmira von Mojca Erdmann, die die Zuschauer in der Felsenreitschule begeistert und Bernard Richter, der den Clotarco gibt.

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DAILY #10 - 07. AUGUST 2007

Short and Stories –

Jeffrey Eugenides, 47, und Richard Ford, 63, sind in Schloss Leopoldskron Dichter zu Gast: Einzeln, gemeinsam und zusammen mit Gästen aus dem Bereich der bildenden Kunst bringen die beiden amerikanischen Romanciers neue Geschichten nach Salzburg.

Ich wurde zweimal geboren: Zuerst, als kleines Mädchen, an einem bemerkenswert smogfreien Januartag 1960 in Detroit, und dann, als halbwüchsiger Junge, in einer Notfallambulanz in der Nähe von Petoskey, Michigan, im August 1974.“ Jeffrey Eugenides beginnt seinen Roman Middlesex ebenso geheimnis- wie verheißungsvoll: Die Familiengeschichte der kleinen Calliope, die als Teenager ihre sexuelle Besonderheit als Hermaphrodit entdeckt und fortan als Mann weiterlebt, war nach ihrem Erscheinen 2002 der zweite ganz große Erfolg des amerikanischen Schriftstellers. Anrührend und mit fantastischen Elementen erzählt Eugenides vom Wachsen und Werden einer außergewöhnlichen Person.

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DAILY #9 - 05. AUGUST 2007

Phantom im Zen-Kreis

Mit Giacinto Scelsi eröffnet die neue Kontinente-Reihe der Festspiele. In der Kollegienkirche, der Universitätsaula und auf der Perner-Insel bietet man Exkursionen in die mystisch-romantische Klangwelt des italienischen Komponisten.

Wer hat Giacinto Scelsi gesehen? Das Zen-Symbol eines Kreises und ein Strich darunter, das ist jenes Bild, das anstelle eines Porträts in den Publikationen über Scelsi abgebildet ist. Fotos gibt es zwar, aber Scelsi verbat sich, diese zu veröffentlichen.

Es ist nicht das einzig Geheimnisvolle und Sonderbare, das diesen Komponisten umgibt.

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DAILY #8 - 04. AUGUST 2007

Die panische Angst

Thomas Bernhard und die Salzburger Festspiele: Hermann Beil, Weggefährte durch viele Salzburger Uraufführungen und Bernhard-Erregungen, erinnert sich.

Salzburg ist exterritorial“ – mit dieser lapidaren Feststellung hob Thomas Bernhard Anfang 1986 sein eigenes Verdikt auf. Aus Empörung über das unsägliche Verbot seines Romans Holzfällen hatte er nämlich verfügt, dass künftig keine seiner Theaterstücke mehr in Österreich gespielt werden dürften. Die Gegner Bernhards frohlockten schon voll Häme, denn auch der Autor saß nun in der Falle, schließlich sollte sein für Claus Peymann geschriebenes Stück Ritter, Dene, Voss am Burgtheater Premiere haben, wäre da nicht sein eigenes Diktum gewesen. Bernhard selbst erfand jenen pfiffigen Umweg als Ausweg, der Salzburg einerseits ein legendäres Ereignis bescherte, andererseits die Tür zu einer sagenhaften Aufführungsserie von Ritter, Dene, Voss am Burgtheater eröffnete.

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DAILY #7 - 03. AUGUST 2007

Max in der Gesellschaftsfalle

Der Freischütz von Carl Maria von Weber, das Schlüsselwerk der deutschen romantischen Oper, kommt zu Festspielehren. Falk Richter inszeniert ihn und jagt dem Werk dabei die Romantik-Flausen gehörig aus dem Märchenwald.

Die Geschichte wäre ja schnell erzählt. Max, der junge Jägerbursch, liebt Agathe, die Tochter des Erbförsters. Um sie heiraten zu können, muss er beim Probeschießen bestehen. Doch Max hat angesichts der großen Bewährungsprobe ein Schussproblem. Also bittet er den Kollegen Kaspar um Hilfe. Der weiß nämlich, wie man Freikugeln gießen kann, Kugeln, die alles treffen, wenn man dafür seine Seele dem schwarzen Jäger Samiel verkauft. Das Unheil nimmt also seinen Lauf, bis am Ende das Gute doch noch siegt. Man kennt die Sage, man kennt die Oper: ein schwerer Brocken für jeden Regisseur heute.

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DAILY #6 - 02. AUGUST 2007

Wer wenn nicht ER?

Thomas Thieme spielt Molière, spielt Luk Perceval, Feridun Zaimoglu und Günter Senkel: Ein singulärer Schauspieler als Mittelpunkt in einem monströsen Theaterprojekt der Salzburger Festspiele.

Salzburg. Perner-Insel. Sommer. 2007. Es schneit. Unaufhörlich. Mitten drin: Thomas Thieme. Es ist nicht das erste Mal, dass Thomas Thieme hier in der alten Saline in Hallein Quartier bezogen hat. Die Stadt, das barocke Salzburg, sieht er nicht. Der Probenplan lässt ihn nicht fort. Mit ihm: Luk Perceval, der flämische Theatermacher. Sein Dompteur, sein Meister, sein Spielgeselle. Und Luk Perceval ist der, und wohl der derzeit einzige, der Thomas Thieme zum Theatermarathon-Mann machen kann. Auf fünf Monate Probenvorlauf folgen unter seiner Anweisung fünf Stunden Theaterschlacht, folgen zehn Vorstellungen innerhalb von zwölf Tagen von Molière. Eine Passion.

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DAILY #5 - 01. AUGUST 2007

In die Nacht ver-rückt

Robert Schumann neu entdecken: Markus Hinterhäuser hat innerhalb des Konzertprogramms der heurigen Festspiele die Reihe Schumann-Szenen programmiert. Im Gespräch mit Daily erklärt er sein Konzept, spricht von der Bedeutung Schumanns für heutige Komponisten und wünscht sich, dass das späte Werk neu gehört wird.

Daily: Warum ist gerade dem Romantiker Robert Schumann eine eigene Konzert-Reihe der Salzburger Festspiele gewidmet?

Hinterhäuser: Wenn man die Nachtseite der Vernunft als übergreifenden Gedanken der heurigen Festspiele nimmt und als Möglichkeit der Reflektion begreift, dann ist Robert Schumann geradezu der paradigmatische Vertreter dieser „Nachtseite“. In all seiner Verrücktheit, seiner Dunkelheit und seiner Zerrissenheit. Schumann als „in die Nacht ver-rücktes“ Wesen. Er ist in unserer Auseinandersetzung mit seinem Schaffen als fast exemplarisches Beispiel im Sinne des Romantischen, der wirklichen Gebrochenheit zu sehen.

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DAILY #4 - 31. JULI 2007

Der schönste Theater-Kuss

Alle Himmelsrichtungen des Theaters sind dieses Jahr im Young Directors Project zu sehen: Tanz, Film, Puppenspiel, Performance und Dokumentation, dramatische Erzählung und Schauspiel gehen faszinierende Mischungen ein. Als erste Produktion hat le Salon der belgischen Truppe Peeping Tom im republic Premiere.

Dieser Abend zeigt den schönsten Kuss der Theatergeschichte: Le Salo erzählt die Geschichte von drei Generationen, die sich in dem heruntergekommenen Wohnzimmer einer ehemals großbürgerlichen Familie begegnen. In diesem Wohnzimmer steht links ein großes Bett, rechts ein verstimmtes Klavier, dem einige Tasten fehlen, und an den Wänden zeugen Bilder und Fotografien von vergangener Größe. Man würde sich nicht wundern, wenn ein muffiger Geruch von all diesen Gegenständen in den Zuschauerraum ziehen würde. Sie sind kaputt, vernachlässigt, krumm; sie taugen zu nichts mehr oder haben mit der Zeit befremdliche Eigenschaften angenommen, wie das Bett, das manche, die sich darauf niederlassen, einfach verschlingt.

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DAILY #3 - 29. JULI 2007

Eine qualvolle Häutung

Molière total: Der flämische Theatermacher Luk Perceval wuchtet mit Der Menschenfeind, Don Juan, Tartuffe und Der Geizige gleich viermal Molière in einem Stück auf die Bühne der Perner-Insel in Hallein. Der Schauspieler Thomas Thieme ist ihm dabei ein kongenialer Partner.


Wenn Thomas Thieme in Salzburg auftritt, ist meist der Mammon nicht weit. Nur wenige Minuten waren dem damals 50-jährigen deutschen Schauspieler einst im Jedermann vergönnt, aber in diesen begeisterte der schon in der Realität so füllige Hüne als Riese vor der Domfassade, aufgebläht zum goldenen Geldsack. Das war 2000 und 2001.

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DAILY #2 - 28. JULI 2007

Racheengel und Kriegstrauma

Annette Dasch und Michael Schade durchleiden in Joseph Haydns Oper Armida die grausamen Qualen einer unmöglichen Liebe. Im Interview erklären sie die Charaktere ihrer Rollen und brechen eine Lanze für den Opernkomponisten Joseph Haydn.

Daily: Haydns letzte Oper für das kleine Hoftheater des Fürsten Esterházy handelt vom Scheitern der Beziehung zwischen der Zauberin Armida und dem Kreuzritter Rinaldo. Rinaldo verlässt am Ende seine Geliebte, die ihn daraufhin verflucht. Was passiert, dass es zu diesem Bruch kommt?

Dasch: Armida hat gerade die Liebe ihres Lebens getroffen, dann sehen wir quasi unter einer Lupe eine grausame Trennung des Paares, die nicht durch ein Fehlen von Zuneigung, sondern durch äußere Umstände passiert. Armida endet schließlich in völliger Selbstaufgabe. Sie ist zunächst Politikerin, dann eine liebende, später eine verlorene und schließlich eine rachsüchtige Frau.

 

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DAILY #1 - 27. JULI 2007

„Komm, Hoffnung, laß den letzten Stern der Müden nicht erbleichen“

Am 27. Juli um 11.00 Uhr wurden die diesjährigen Salzburger Festspiele in der Felsenreitschule feierlich eröffnet. Damit ist auch der Auftakt zu Jürgen Flimms erster Saison gegeben. In seiner Festspielrede fragt der Intendant nach, was denn bloß mit unserer Zeitgenossenschaft passiert ist. Die Rede in Auszügen.

Die Gegenwart spiegeln, die Welt spiegeln – die Geschichten müssen nicht immer von heute sein, auch alte, neu gedacht, dienen solchem Zweck. Regisseur Hamlet benutzte für seine Rachegelüste eine wohl oft gespielte Tragödie, den Murder of Gonzaga. Er selbst war ja auch eine ziemlich alte Nummer, die Shakespeare für seine Truppe des Globe neu fasste.

Die Haydn’sche Armida, die morgen hier Premiere hat, ist Stoff des Tasso (aus Gerusalemme liberata) und hat schon vielen anderen Tonsetzern zum Anlass gedient. Aber es gab auch immer in reichlichem Maß Stücke „frisch aus der Pfanne“ (wie es Goethe flapsig formulierte), wütende Attacken zorniger Zeitgenossen, leidvolle Bilder, wie Kabale und Liebe und Minna und Die Räuber, eine Reihe radikaler Zeitgenossen, die bis zu Bernhards Heldenplatz und weiter reicht.

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DAILY #0 - 18. JULI 2007

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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