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DAILY #30 - 29. AUGUST 2009

Salzburger Festspiele 2009

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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DAILY #29 - 28. AUGUST 2009

Theodora und die Musik der Sehnsucht

Am Freitag findet die letzte Aufführung von Theodora im Großen Festspielhaus statt, deren Premiere die heurige Festspielsaison eröffnete. Der Ägyptologe, Religions- und Kulturwissenschaftler Jan Assmann über die düsterste und bewegendste Tragödie, die Händel komponiert hat.

Händels selten gespieltes und beim Londoner Publikum 1750 durchgefallenes Oratorium Theodora könnte glücklicher nicht gewählt sein, um diesen überragenden Musikdramatiker endlich, zu seinem 250. Todestag, aufs Programm der Salzburger Festspiele zu setzen, geht es doch darin nicht nur um die „Spiele der Mächtigen“, in diesem Fall des römischen Gouverneurs Valens, der mit den Christen Antiochias Katz und Maus spielt, sondern auch um Liebe und Tod, das Thema der letztjährigen Festspiele. In Theodora heißt es sogar „that Love is stronger far than Death“, aber hier ist die himmlische Liebe gemeint.

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DAILY #28 - 27. AUGUST 2009

„War alls dir nur geliehen“

Mit Peter Simonischek wurde das Spiel vom Sterben des reichen Mannes auf neue Weise zum Klassiker. Am Donnerstag steht er zum letzten Mal als Jedermann auf dem Domplatz. Wenn er danach die Rolle an Nicholas Ofczarek übergibt, wird niemand den Jedermann so oft gespielt haben wie er.

Es muss im Frühjahr 2001 gewesen sein, als ich einen sehr kurzen Brief von den Salzburger Festspielen erhielt. Darin stand nur ein Satz mit Fragezeichen und die Unterschrift des damaligen Schauspieldirektors Jürgen Flimm.
Der Satz lautete: „Hast Du Lust ab 2002 am Domplatz den Jedermann zu spielen?“ Meine Antwort fiel noch kürzer aus! Es waren nur zwei Buchstaben und ein Ausrufungszeichen!

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DAILY #27 - 26. AUGUST 2009

Kraftzentrum der Festspiele

Die Kinder- und Jugendarbeit sowie die Nachwuchsförderung spielen bei den Salzburger Festspielen keine Nebenrolle. Sie sind fixer und prägender Bestandteil des Festivalgeschehens und werden von Sponsoren nachhaltig unterstützt.

Die Jugendarbeit ist „ein Kraftzentrum des Festspielsommers“, sagt Helga Rabl-Stadler, Präsidentin der Salzburger Festspiele. Nachwuchsarbeit findet bei den Salzburger Festspielen auf allen Ebenen statt: vom hochprofessionellen Kinderchor über Musikcamps für Jugendliche bis zu Meisterkursen für Sänger und einem Theaterpreis für junge Regisseure, der schon Startschuss für Weltkarrieren war. Das Engagement wird beständig ausgebaut: Ab der Festspielsaison 2010 wird erstmals der „Nestlé and Salzburg Festival Young Conductors Award“ vergeben

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DAILY #26 - 25. AUGUST 2009

Demnächst wieder Mozart

Die Salzburger Festspiele spielen in der Karriere von Riccardo Muti eine wesentliche Rolle. 1971 feierte er hier sein Debüt, seit 2007 prägt er das Programm der Pfingstfestspiele. Am Dienstag steht das letzte Mal Rossinis Moïse et Pharaon unter seiner Leitung auf dem Spielplan der diesjährigen Festspiele.

Wieder einmal hat Salzburg Schicksal gespielt. Vor einigen Tagen hat Roms Bürgermeister eine von Riccardo Muti dirigierte Vorstellung von Rossinis Moïse et Pharaon im Festspielhaus besucht. Beim anschließenden Treffen wurde man sich handelseins: Ab Herbst 2010 wird der italienische Maestro Musikdirektor der Römischen Oper. Vorerst für drei Jahre, mit einer Option für zwei weitere.

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DAILY #25 - 23. AUGUST 2009

Belcanto mit Adrenalin

Juan Diego Flórez gibt bei den Salzburger Festspielen einen Arienabend mit Musik von Rossini, Gluck und Donizetti und wird zudem ausgewählte Arien aus spanischen Zarzuelas singen. Das Publikum wird dabei einige hohe Cs und scheinbar endlose Legato-Bögen erleben.

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DAILY #24 - 22. AUGUST 2009

Wohin wir schauen, sind Unbekannte

Die letzte Premiere im Rahmen des Young Directors Project (powered by Montblanc) verantwortet Dries Verhoeven, niederländischer Regisseur und Bühnenbildner, Jahrgang 1976. You Are Here ist eine spektakuläre Theaterinstallation auf über 150 Quadratmetern. Jedem Zuschauer wird ein Hotelzimmer zugewiesen, in dem er alleine und unerkannt bleibt. Dries Verhoeven hat uns folgenden Text zum Abdruck überlassen.

Du hältst mich in den Händen. Dein Daumen liegt auf diesem Blatt, Dein Gesicht ist etwa 40 cm entfernt, und Du blickst auf diese Worte. Darüber hinaus aber weiß ich nichts von Dir. Vielleicht hast Du gerade eine Vorstellung besucht und dieses Blatt auf einem Tisch liegen sehen. Vielleicht hast Du nach dem Erlebten jetzt ein Bedürfnis nach Geschriebenem. Oder Du suchst nach einer Bestätigung oder einer Erklärung.

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DAILY #23 - 21. AUGUST 2009

Jenseits von Logik

Ilija Trojanows Debütroman Die Welt ist groß und Rettung lauert überall feiert als Spiel mit und auf dem Theater im Rahmen des Young Directors Project (powered by Montblanc) in der Inszenierung von Jette Steckel seine Uraufführung.

Ilija Trojanow, 1965 in Sofia geboren, in Kenia und Deutschland aufgewachsen, ist Autor, Journalist, Verleger und Reisender, ein Nomade auf vier Kontinenten, so der Titel eines seiner Bücher. Wie kaum ein anderer deutschsprachiger Autor hat sich Trojanow nicht nur mit seinem international erfolgreichen Bestseller Der Weltensammler in der Debatte um kulturelle Identitäten als Kosmopolit positioniert. Nach vielen anderen Ehrungen wurde er aktuell im Juli 2009 mit dem Würth-Preis für Europäische Literatur ausgezeichnet als „poetischer Chronist der großen Exil- und Migrationsphänomene der Moderne.“

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DAILY #22 - 20. AUGUST 2009

Sehnsucht nach dem Anderen

Regisseur Christof Loy machte 2007 aus Joseph Haydns Dramma eroico Armida ein vor Gegenwärtigkeit vibrierendes Musiktheaterereignis. Im Haydn-Jahr nehmen die Salzburger Festspiele die Inszenierung wieder auf.

Gestern wurde meine Armida zum 2tn mahl mit allgemeinem Beyfall aufgeführt. Man sagt, es sey bishero mein bestes werck“, freute sich Joseph Haydn 1784. Es blieb nicht bei einer Reprise. Unter jenen Opern Haydns, die für den Hof der Esterházys entstanden sind, wurde Armida dort am häufigsten aufgeführt – über 50 Mal war es zu sehen. Einmalige Aufführungsbedingungen standen Haydn auf Eszterháza zur Verfügung: Zwei voll ausgestattete Opernhäuser waren beiderseits des Palastes erbaut worden, das eine für die italienische Oper, das andere für Marionettentheater.

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DAILY #21 - 19. AUGUST 2009

Wunderkind, erwachsen

Er galt zunächst als Wunderkind, dann wurde er zum gefeierten Star – und das scheint er zu bleiben: Lang Lang umgibt die Aura des stets jungen und dabei höchst erwachsen spielenden Ausnahmepianisten, der scheinbar nur mehr eines werden kann: noch erfolgreicher.

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DAILY #20 - 18. AUGUST 2009

Moralische Grenzüberschreitung

Andrea Breths Bühnenversion von Dostojewskijs Verbrechen und Strafe ist wieder bei den Salzburger Festspielen zu sehen.

Als „außergewöhnliches Kunstwerk“, das einen „Prozess der Selbstfindung“ erfahrbar mache, beschrieb ein Kritiker Andrea Breths Inszenierung von Verbrechen und Strafe nach der Premiere im Festspielsommer 2008. Dass sie Dostojewskijs komplexen Roman nicht in einer leicht konsumierbaren Readers Digest-Version auf die Bühne bringen wolle, hatte die Regisseurin bereits im Vorfeld klar gemacht: „Wenn Sie nur den Plot erzählen, ist das ja grausam langweilig, nicht mehr als ein schlechter Krimi“, sagte sie in einem Interview. „Was ich so aufregend finde, sind die unterschiedlichen Philosophien, die da vorkommen. Und die muss man wenigstens zum Teil erhalten.“

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DAILY #19 - 15. AUGUST 2009

Perlen russischer Vokalmusik

Anna Netrebko gibt – mit Daniel Barenboim am Klavier – einen mit Spannung erwarteten Liederabend im Großen Festspielhaus. Auf dem Programm stehen ausgewählte Lieder ihrer Heimat von Rimski-Korsakow und Tschaikowski.

Liest Anna Netrebko zum Deutsch-Üben Zeitungskritiken? Falls ja, hätte sie sich unlängst, bei ihren Baden-Badener Auftritten in der Titelrolle von Tschaikowskis Iolante, in der Welt erläutern lassen können, wie sich das „Produkt“ Netrebko nunmehr „zum Individuum“ emanzipiere. Vergeben alle Medien-Events, alle Flirts mit der Pop-Kultur, alle Stadthallenkonzerte und Glamour-Auftritte, mit denen das Feuilleton so große Probleme hat – obwohl Opernstar-Sein seit den seligen Zeiten einer Maria Malibran, einer Nellie Melba nie anders funktioniert hat.

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DAILY #18 - 14. AUGUST 2009

Jubiläum einer Freundschaft

Das West-Eastern Divan Orchestra feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Zum zweiten Mal hat das Orchester mit Musikern aus Israel, Palästina und dem arabischen Raum eine Residenz bei den Salzburger Festspielen.

Als „Freundschaft auf den ersten Blick“ beschreibt Daniel Barenboim seine (zufällige) Begegnung mit dem palästinensischen Sozial- und Literaturwissenschaftler Edward Said. Es war von Anfang an keine Allerwelts-Freundschaft: Der Israeli Barenboim und der kompromisslose Verfechter der palästinensischen Sache – sie konnten nur zusammenkommen, weil sie vorher schon Querdenker waren, über die eigenen Grenzen hinausblickende Kosmopoliten, die immun waren gegen engstirnigen Nationalismus und blinden Hass.

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DAILY #17 - 13. AUGUST 2009

Ungezwungene Leichtigkeit

Die Sopranistin Patricia Petibon gab in diesem Jahr als Despina in Mozarts Così fan tutte ihr szenisches Operndebüt bei den Salzburger Festspielen. Nun singt sie im Haus für Mozart einen ihrer ungewöhnlichen Liederabende.

Wenn sie durch den Salzburger Festspielbezirk eilt, erkennt man sie schon von weitem an ihrer roten Haarpracht und dem zielgerichteten Gang. Wenn es regnet, kann man sie mit Gummistiefeln durch die Innenstadt stapfen sehen. Auf der Bühne macht Patricia Petibon in Jeans und mit iPod ebenso gute Figur wie im historischen Kostüm. Und mit ihrer quirligen Art vermag sie Opernaufführungen ihren persönlichen Stempel aufzudrücken. So auch bei ihrem szenischen Operndebüt bei den Salzburger Festspielen – und das gleich mit einer für sie neuen Rolle, der Despina in Mozarts Così fan tutte.

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DAILY #16 - 12. AUGUST 2009

Formen der Leidenschaft

Mit Così fan tutte komplettierte Claus Guth in diesem Festspielsommer seinen Mozart-Da Ponte-Zyklus, den er 2006 fulminant mit Le nozze di Figaro begann. Nun ist dieses Werk wieder im Rahmen der Salzburger Festspiele zu erleben.

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DAILY #15 - 11. AUGUST 2009

Nutzlos wie der Gesang der Vögel

Regisseur Alvis Hermanis erzählt in The Sound of Silence von einer Unschuld, die verloren gegangen ist, und von einer ganz besonderen Zeit: dem Ende der sechziger Jahre. Ausgangspunkt der Produktion war die Musik von Simon & Garfunkel, erläutert er im Gespräch mit Thomas Irmer.

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DAILY #14 - 10. AUGUST 2009

Handkes helles Staunen

Jossi Wieler inszeniert für die Salzburger Festspiele die Gegenüberstellung zweier Texte großer Autoren: Samuel Becketts Das letzte Band und Peter Handkes Bis dass der Tag euch scheidet oder Eine Frage des Lichts.

Peter Handke nennt sein neues Stück eine Art „Echo-Monolog“ auf Becketts Das letzte Band, und in der Tat sind diese Texte thematisch sehr ähnlich: In beiden steht die Figur eines Schriftstellers im Mittelpunkt – und zugleich die Beziehungsgeschichte eines Paars, wenngleich aus sehr unterschiedlicher Perspektive. Samuel Becketts Held ist ein Schriftsteller namens Krapp, der jedes Jahr an seinem Geburtstag ein seltsames Ritual ausführt – in einer Kneipe notiert er sich die wesentlichen Momente des vergangenen Lebensjahres auf einem Zettel und spricht anschließend sein Jahresresümee zu Hause auf ein Tonband.

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DAILY #13 - 08. AUGUST 2009

Biblische Dimensionen

Riccardo Muti dirigiert bei den Salzburger Festspielen Gioachino Rossinis Moïse et Pharaon. Intendant Jürgen Flimm inszeniert die Produktion im Großen Festspielhaus. Mit Peter Arp spricht Jürgen Flimm über die Notwendigkeit, auf den Schlüsselsatz dieser Grand opéra szenisch zu reagieren.

Ein Stoff von wahrhaft biblischen Dimensionen: Mose führt die Israeliten aus der ägyptischen Knechtschaft ins Gelobte Land. Eine Erzählung, die auf mächtigen Pfeilern ruht: den zehn Plagen, mit denen der zürnende Gott der Juden seiner Forderung nach Freilassung des unterdrückten Volkes Nachdruck verleiht, dem Irrweg durch die Wüste, der Verkündung der Zehn Gebote am Berg Sinai und – dramatisches Finale – der Flucht durchs Rote Meer, dessen Fluten über dem Heer der Verfolger zusammenbrechen.

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DAILY #12 - 07. AUGUST 2009

Die Befreiung des Klangs

Der Kontinente-Zyklus, ermöglicht durch den Projektsponsor Roche, widmet sich heuer einem singulären Komponisten: Edgard Varèse. Seine Werke zählen zu den farbenprächtigsten und vitalsten der Neuen Musik.

Immer wenn sie sich schlecht fühle, denke sie an Edgard Varèse, schreibt die österreichische Komponistin Olga Neuwirth über den französischen Klangerneuerer. Sie sei nachhaltig beeindruckt von den radikalen künstlerischen Programmen, die Varèse und Léger nach der düsteren Zeit des Ersten Weltkriegs entwickelt haben. Varèse, der „Befreier des Klangs“, Varèse, der Visionär – Schlagworte, die fallen, wenn vom 1883 geborenen Komponisten die Rede ist.

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DAILY #11 - 06. AUGUST 2009

Wer finanziert die Festspiele?

Die Hälfte des Budgets der Salzburger Festspiele wird über den Kartenverkauf lukriert. Eine für eine europäische Kultureinrichtung einmalige Leistung. Dank gilt auch den Sponsoren und den Freunden der Salzburger Festspiele.

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DAILY #10 - 05. AUGUST 2009

Wege ins Wunderland

Der junge Regisseur, Bühnenbildner, Schauspieler und Filmemacher Viktor Bodó ist ein Shootingstar der ungarischen Theaterszene. Mit Alice, zu sehen im Rahmen des Young Directors Project (powered by Montblanc) der Salzburger Festspiele, entwirft Bodó eine rasante, ästhetisch ansprechende Revue durch ein Traum- und Alptraumland.

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DAILY #9 - 04. AUGUST 2009

Weltstar aus der Provinz

Marc Minkowski und seine Musiciens du Louvre • Grenoble gestalten für die Salzburger Festspiele einen dreiteiligen Haydn-Zyklus, der von der englischsprachigen Version der Schöpfung gekrönt wird. Imposante Werke der Jahresregenten Händel und Purcell huldigen der heiligen Cäcilia, der Schutzpatronin der Musik.

Der Dudelsack brummt, die mitreißende Melodie geht in die Beine, vielleicht auch in jene eines Tanzbären – sind wir auf einem Kirtag, schlendern wir an Jahrmarktsbuden vorbei? Nein, wir befinden uns in einer Symphonie von Joseph Haydn: Kaum ein Komponist konnte das Anspruchsvolle mit dem Volkstümlichen, das Deftige mit dem Sublimen so elegant und klug, dabei jedoch auch mit aufklärerischem Bedacht und Bildungsanspruch verbinden wie er.

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DAILY #8 - 02. AUGUST 2009

Ein Rest von Utopie

Luigi Nonos Al gran sole carico d’amore ist eines der großen Werke des modernen Musiktheaters. Die Azione scenica beschreibt Schlüsselereignisse in der Geschichte des Kommunismus und bedient sich dabei eines beeindruckenden Orchesterapparates. Ein bedeutendes Musiktheaterstück, getragen von der Sehnsucht nach Gerechtigkeit.

 

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DAILY #7 - 01. AUGUST 2009

Abschied vom Jedermann

Mit Peter Simonischek wurde das Spiel vom Sterben des reichen Mannes auf neue Weise zum Klassiker. Wenn der Schauspielstar am Ende des Festspielsommers die Rolle an Nicholas Ofczarek übergibt, wird niemand den Jedermann so oft gespielt haben wir er.

Noch sei er nicht von Wehmut erfüllt, gab Peter Simonischek nach der heurigen Jedermann-Premiere zu Protokoll; die werde sich aber vermutlich noch einstellen. Zweifellos, denn nach insgesamt acht Festspielsommern ist der aus Graz gebürtige Schauspieler, der an der Berliner Schaubühne zum Star wurde und erst dann in seine Heimat zurückkam, zum Local Heroe der Festspielstadt geworden.

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DAILY #6 - 31. JULI 2009

Der unbekannte Bekannte

Die Bedeutung Franz Liszts als Komponist wird stets gewürdigt, gespielt wird sein Œuvre jedoch selten. Die Salzburger Festspiele bieten mit den Liszt-Szenen die seltene Möglichkeit, Liszts Werk in seiner Breite kennen zu lernen. Sein Schaffen wird durch Querbezüge zu Meisterwerken anderer Epochen erhellt.

Franz Liszt gehört zu den unbekannten Bekannten der Musikgeschichte. Sein Auftreten als einer der ersten Stars der Klassikwelt ist Legende, ebenso seine unbändige virtuose Kraft. Franz Liszt, der Instrumentenzertrümmerer, der Liebestraum-Komponist, der durch sein Klavierspiel Damen im Publikum in Ohnmacht fallen ließ – das ist als Bild durchaus präsent. Die zukunftsweisenden Aspekte seines Schaffens werden hauptsächlich in musikwissenschaftlichen Seminaren erörtert.

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DAILY #5 - 30. JULI 2009

Vom Figaro zur Così

Bei den diesjährigen Salzburger Festspielen kommt mit Così fan tutte der Mozart’sche Da Ponte-Zyklus zum Abschluss, den Claus Guth im Mozart-Jahr 2006 mit Le nozze di Figaro begonnen und im letzten Jahr mit Don Giovanni fortgesetzt hat. Im Zentrum der drei Werke stehen dabei nicht so sehr die Intrigen, Flüche und Wetten, im Zentrum steht vielmehr die Zerrissenheit der ent-täuschten Menschen.

In Le nozze di Figaro begegnen wir Figuren, die kaum wissen, wie ihnen geschieht, ganz so, als wirke ein fremdes Prinzip auf sie ein. Wie vom Hauch eines Flügelschlags gestreift, beginnen sie, die Seelenabgründe zu erahnen, an deren Rand sie sich begeben.

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DAILY #4 - 29. JULI 2009

Die Theaterflüsterer

Welcome to Nowhere ist die erste Produktion des Young Directors Project 2009. Die Produktion der Theatergruppe Temporary Distortion aus New York lädt ebenso zum Staunen ein wie die weiteren drei Produktionen im YDP.

Die Schauspieler sprechen leise; sie bewegen sich kaum. Um sie herum ein Gerüst wie eine selbst gebaute Zeitmaschine. Vielleicht ist sie nicht ganz funktionstüchtig, und doch nehmen sie uns darin mit auf eine Reise durch die Vergangenheit und Zukunft ihrer Figuren: der Heimatlosen, Getriebenen, Sehnsüchtigen. Über ihren Köpfen hängt eine Panorama-Leinwand, auf denen wiederum dieselben Figuren zu sehen sind, als Erinnerung oder Vorausschau, Tagtraum oder Vision. Die Aura dieser Videobilder muss den Vergleich mit Wim Wenders nicht scheuen.

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DAILY #3 - 28. JULI 2009

Skandalon des abgetrennten Kopfes

Eine Frau macht sich schön, geht ins Lager des Feindes, nimmt das Schwert des Feldherrn und schlägt ihm den Kopf ab. So zu lesen im apokryphen Buch Judit in der Bibel. Vivaldi hat im Oratorium Juditha triumphans dem Drama barocke Archaik verliehen. Friedrich Hebbels Text Judith rückt eine Frauenfigur ins Zentrum, die den Jubel über ihren Triumph wie Hohn empfindet. Sebastian Nüblings Festspiel-Produktion bringt die Judith-Figuren gleichberechtigt auf die Bühne.

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DAILY #2 - 26. JULI 2009

Geschichte einer Begegnung

Der Tod des Regisseurs Jürgen Gosch beendete jäh die Proben seines letzten Projekts, einer Aufführung von Euripides’ Bakchen. Die Festspiele kommen dem Wunsch Jürgen Goschs nach und zeigen statt den Bakchen seine Inszenierung von Anton Tschechows Die Möwe. Die Produktion vom Deutschen Theater war außerhalb Berlins bislang nicht zu sehen.

 

 

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DAILY #1 - 25. JULI 2009

„For ever blessed with harmony and love“

Das Programm der Salzburger Festspiele startet mit Georg Friedrich Händels Oratorium Theodora im Großen Festspielhaus. Christine Schäfer singt die Titelpartie, Bejun Mehta ist der sie begehrende Offizier Didymus. Der mehrfach als „Regisseur des Jahres“ ausgezeichnete Christof Loy inszeniert das Werk, das die beiden Pole zwischen jenseitiger Entsagung und diesseitiger, körperlicher Lust auslotet.

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