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SPIELSTÄTTEN

Residenzhof

Residenzplatz 1
5020 Salzburg

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Die mit rund 180 Räumen ausgesprochen weitläufige Residenz lässt sich weder mit einem bestimmten Architekten in Verbindung bringen, noch weist sie ein einheitliches Baukonzept auf. Nachdem erste Anlagen auf das 15. Jahrhundert zurückgehen, veranlasste Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau (1587–1612) Ende des 16. Jahrhunderts einen generellen Umbau des weltlichen Wohn- und Repräsentationspalastes und ließ im Zuge dieser Arbeiten einen Südtrakt auf der Seite des Domplatzes mit einer Prunkstiege und dem – allerdings erst im 18. Jahrhundert nach der Leibgarde benannten – Carabinieri-Saal errichten. Johann Ernst Graf von Thun (1687–1709) beauftragte Johann Michael Rottmayr zu dessen Ausstattung mit prächtigen Deckengemälden. Zuvor hatte Markus Sittikus von Hohenems (1612–1619) den Trakt auf der Seite des Alten Marktes und das Geviert an der Churfürststraße errichten lassen. Und da nach Vollendung des Dombaus die zweistöckige Residenz zu niedrig erschien, ließ sie Guidobald Graf Thun (1654–1668) um ein Stockwerk und die Attika erhöhen (1664).

Der Innenhof der Residenz lädt durch seine Geschlossenheit zu einem vergleichsweise intimen Kunstgenuss unter freiem Himmel ein. Seit den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts werden hier Mozart-Serenaden gegeben, von 1953 bis 1970 fanden auch kleine Operninszenierungen an diesem Ort statt: beispielsweise Mozarts La finta giardiniera, Così fan tutte, Die Entführung aus dem Serail, Lucio Silla, Zaide oder Bastien und Bastienne. Nachdem es 1614 vermutlich Monteverdis „Favola in musica“ Orfeo war, die als erste Opernaufführung nördlich der Alpen in der Salzburger Residenz erklang, sollte auch diese Oper hier ein Revival erleben (1993). Bei einsetzendem Schnürlregen bot zunächst der Carabinieri-Saal ein nicht weniger stimmungsvolles Ausweichquartier – doch die Akustik dieses Raumes ließ so sehr zu wünschen übrig, dass man sich 1997 für eine temporäre Überdachung des Innenhofes bei Schlechtwetter entschied. Zuletzt fanden 2007 in der Residenz Aufführungen statt: und zwar Heiner Müllers Quartett im Carabinieri-Saal.

Für den Festspielsommer 2012 wurde eine neue Dachkonstruktion hergestellt, die es erlaubt, auch bei Schlechtwetter Schikaneders Fortschreibung der Zauberflöte, Das Labyrinth, aufzuführen. Die Bespielung des Residenzhofes fand 2013 mit Ein Sommernachtstraum seine Fortsetzung.

Saalplan