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SPIELSTÄTTEN

Schloss Leopoldskron

Leopoldskronstraße 56-58
5020 Salzburg

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Der Salzburger Fürsterzbischof Firmian (1727–1744) war ein wissenschaftlich hoch gebildeter und kunstsinniger Mann – allerdings auch verantwortlich für die Vertreibung von 22.000 Protestanten aus Salzburg. Für Salzburg hatte die Ausweisung katastrophale wirtschaftliche Folgen. Nach der Vertreibung der Protestanten teilte Firmian das Salzburger Hoheitsgebiet in vier Missionsgebiete: Augustiner, Kapuziner, Benediktiner und Franziskaner. Um das Ansehen seiner Familie zumindest teilweise zu retten, beauftragte er den schottischen Benediktinermönch Bernhard Stuart mit der Planung des Rokoko-Schlosses Leopoldskron als repräsentativen Familiensitz.
Als Firmian 1744 starb, hinterließ er seinem Neffen Laktanz, einem großen Kunstkenner und -sammler, das Schloss. Dieser verstand sich als Künstler und Mäzen und war einer der ersten Förderer von Wolfgang Amadeus Mozart. Mit Ende des Erzbistums Salzburg zu Beginn des 19. Jahrhunderts begann allerdings der Ausverkauf des Schlosses, nachdem Laktanz’ Sohn ohne jegliches Kunstverständnis Teile der Sammlung seines Vaters nach Leihgaben nicht mehr zurückerhielt. In den Jahrzehnten danach wechselten die Besitzer des Schlosses häufig, wodurch nahezu alle Kunstgegenstände verschwanden. Erst Max Reinhardt gelang es, die verwahrloste Schönheit des Schlosses wieder zum Erblühen zu bringen. Er erwarb 1918 das Anwesen.

Zwei Jahrzehnte lang war Reinhardt Herr auf Leopoldskron. In diesen 20 Jahren gab er dem Schloss durch einfühlsame Renovierung und Neugestaltung – unter Wahrung des alten Bestandes – seinen früheren Glanz wieder und machte Leopoldskron bald zum internationalen Treffpunkt. Der Elite aus Kultur, Wirtschaft und Politik gereichte es zur besonderen Ehre, bei Max Reinhardt zu Gast zu sein. In den Stücken, die er für die „Leopoldskroner Abende“ produzierte, nutzte er gekonnt die prachtvollen, historischen Zimmer als Bühnenkulissen und führte dabei seine Gäste von Raum zu Raum.
Nach Adolf Hitlers Machtergreifung wurde Schloss Leopoldskron 1938 als jüdischer Besitz konfisziert. Max Reinhardt, der gerade als Regisseur in Hollywood/USA arbeitete, konnte nicht mehr nach Österreich zurückkehren und starb 1943 im Exil in New York.

Heute steht Schloss Leopoldskron im Besitz der amerikanischen Institution Salzburg Global Seminar. Das Schloss wird für Bildungsveranstaltungen und private Events genutzt. In den Gästezimmern, die zur Vermietung kommen, kann man die Atmosphäre vergangener Zeiten erspüren. Seit 2007 bespielen auch die Salzburger Festspiele Garten und Säle des Schlosses wieder. Und die Dichter zu Gast residieren in den ehemaligen Gemächern von Max Reinhardt. 

Anfahrtsskizze:
http://www.schloss-leopoldskron.com/kontakt/anfahrt/