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SALZBURGER FESTSPIELE | KONZERT 2017

The Tallis Scholars · Klangforum Wien · Pomàrico

Kollegienkirche

Interpreten: Lukas Schiske, Björn Wilker, The Tallis Scholars, Peter Phillips, Katrien Baerts, Klangforum Wien, Emilio Pomàrico
Werke von Gérard Grisey, Johannes Ockeghem

Solistes XXI · Safir

Kollegienkirche

Interpreten: Solistes XXI, Rachid Safir
Werke von Olivier Messiaen, Claudio Monteverdi, Gérard Grisey

Klangforum Wien · Rundel

Kollegienkirche

Interpreten: Christoph Walder, Reinhard Zmölnig, Klangforum Wien, Peter Rundel, Peter Böhm, Florian Bogner, Markus Urban
Werke von Gérard Grisey, Giacinto Scelsi, Tristan Murail

Grubinger · Percussive Planet · œnm · Rundel

Kollegienkirche

Interpreten: Martin Grubinger jun., The Percussive Planet Ensemble, œnm . österreichisches ensemble für neue musik, Peter Rundel
Werke von Iannis Xenakis, Claude Vivier, Kaija Saariaho, Georg Friedrich Haas, Gérard Grisey

ORF Radio-Symphonieorchester Wien · Meister

Felsenreitschule

Interpreten: ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Cornelius Meister, Robert Kovács
Werke von Claude Vivier, Richard Wagner, Giacinto Scelsi, Richard Strauss

Vortex Temporum · Anne Teresa De Keersmaeker · Rosas & Ictus

republic

Interpreten: Anne Teresa De Keersmaeker, Boštjan Antončič, Carlos Garbin, Marie Goudot, Cynthia Loemij, Julien Monty, Michael Pomero, Igor Shyshko, Ictus, Georges-Elie Octors
Werke von Gérard Grisey

ORF Radio-Symphonieorchester Wien · Pascal

Kollegienkirche

Interpreten: Mario Gheorghiu, ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Maxime Pascal
Werke von Gérard Grisey

SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Das Konzert 2017

by FESTSPIELKIEBITZ  13:00 h;
veröffentlicht in: Konzert

( 7 Dez 2016 ) Die Konzerte sind seit dem Beginn eine der drei Säulen der Salzburger Festspiele, und in den letzten Jahrzehnten zeigt die formale Struktur der Programme eine große Kontinuität.

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Louise Bourgeois, THE INSOMNIA DRAWINGS (December 31, 1994), 1994–1995 · Detail from 220 mixed media works on paper of varying dimensions · Daros Collection, Switzerland, © The Easton Foundation/Bildrecht, Wien, 2016

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Tempus ex machina, Le Temps et l’écume, Vortex temporum: Merkwürdig und bezeichnend zugleich, wie oft Gérard Grisey das Phänomen Zeit in seinen Werktiteln genannt hat. Als sich 1973 unter den Studenten von Olivier Messiaen und mit Grisey als führendem Kopf die Gruppe L’Itinéraire formierte, war es der Klang selbst, der diesen jungen Komponisten die wörtliche Reiseroute vorgab: Sie erkoren seine wissenschaftlich analysierten Phänomene zur Grundlage einer neuen Musique spectrale von schillernder Sinnlichkeit, die Gedanken an einen modernen Impressionismus aufkommen lässt. Gerade die Zeit spielt dabei immer wieder eine entscheidende Rolle, wenn etwa in Sekundenbruchteilen vor sich gehende akustische Ereignisse nach dem Willen des Komponisten in extremer Dehnung musikalisch nachgebaut, verändert und überlagert werden, ja sich zu einer Art Superklang neu zusammenfügen.
Zeit mit Grisey ermöglicht dem Publikum, nicht nur erfüllte Stunden mit seiner Musik zu verbringen, sondern vielleicht auch, die Zeit an sich anders zu erfahren. Wie von selbst öffnen sich überraschende klingende Räume – zum Finale etwa im abendfüllenden, prächtigen Zyklus Les Espaces acoustiques, der sich vom Solostück für Viola bis zum großen Orchesterwerk mit konzertierenden Hörnern ausweitet. Zuvor aber verknüpfen die Programme Griseys Schaffen mit Werken von Freunden, Zeitgenossen und verwandten Geistern. Manchen von ihnen war nicht viel Zeit vergönnt: Der 34-jährige Kanadier Claude Vivier wurde 1983 in Paris ermordet; Grisey starb dort 1998 im Alter von nur 52 Jahren. In seinem bewegenden letzten Werk, den Quatre Chants pour franchir le seuil, hatte er sich mit dem Überschreiten der Schwelle des Todes auseinandergesetzt. Die Uraufführung erlebte er nicht mehr.

Walter Weidringer