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PROGRAMMDETAIL

Richard Strauss • Der Rosenkavalier

Komödie für Musik in drei Aufzügen von Hugo von Hofmannsthal (1874–1929)
Musik von Richard Strauss (1864–1949)

Mit deutschen und englischen Übertiteln

Dauer der Oper ca. 4 Stunden und 40 Minuten.

Programm drucken (PDF)

LEADING TEAM

Franz Welser-Möst, Musikalische Leitung
Harry Kupfer, Regie
Hans Schavernoch, Bühne
Yan Tax, Kostüme
Jürgen Hoffmann, Licht
Thomas Reimer, Videodesign
Ernst Raffelsberger, Choreinstudierung
Wolfgang Götz, Einstudierung Kinderchor
Huw Rhys James, Assistenz Choreinstudierung

BESETZUNG

Mitglieder der Angelika-Prokopp-Sommerakademie der Wiener Philharmoniker, Bühnenmusik
Krassimira Stoyanova, Die Feldmarschallin Fürstin Werdenberg
Sophie Koch, Octavian
Mojca Erdmann, Sophie
Silvana Dussmann, Jungfer Marianne Leitmetzerin
Wiebke Lehmkuhl, Annina
Günther Groissböck, Der Baron Ochs auf Lerchenau
Adrian Eröd, Herr von Faninal
Rudolf Schasching, Valzacchi
Stefan Pop, Ein Sänger
Tobias Kehrer, Ein Polizeikommissar
Martin Piskorski*, Der Haushofmeister bei Faninal
Franz Supper, Der Haushofmeister bei der Feldmarschallin
Dirk Aleschus, Ein Notar
Roman Sadnik, Ein Wirt
Andreja Zidarič*, Phoebe Haines*, Idunnu Münch*, Drei adelige Waisen
Alexandra Flood*, Eine Modistin
Franz Gürtelschmied*, Ein Tierhändler
Rupert Grössinger, Leopold
Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor
Wiener Philharmoniker

*Mitglied des Young Singers Project

ZUR PRODUKTION

Aus der quälenden Atmosphäre des mykenischen Königspalastes sehnte Richard Strauss sich nach Lichterem. Noch während er an Elektra arbeitete, diskutierte er mit Hugo von Hofmannsthal schon das nächste Projekt: Mit einer „Spieloper“, einer aus mozartschem Geist geborenen Komödie, wollten die beiden neue Wege gehen. War Elektra als nachträgliche Bearbeitung von Hofmanns­thals Schauspiel entstanden, so empfing der Dichter nun seine Weihen als Librettist im eigentlichen Sinn: Der Rosenkavalier bildete die erste Errungenschaft einer denkwürdigen Zusammenarbeit, die 20 Jahre währen sollte.

In Gesprächen mit Harry Graf Kessler entwarf Hofmannsthal im Februar 1909 ein detailliertes Szenarium der Oper. Die Ausarbeitung des Librettos zog sich noch über ein Jahr hin, da Hofmannsthal den Text aber ratenweise lieferte, konnte der ungeduldige Strauss bald mit der Komposition beginnen. Am 26. Januar 1911 erlebte der Rosenkavalier in Dresden seine umjubelte Uraufführung. Die Handlung schöpfte aus den verschiedensten Quellen, seien es Komödien Molières, ein „roman libertin“ des späten 18. Jahrhunderts, Gemälde von Hogarth oder Suppés Operette Fatinitza. Ort und Zeit waren beschlossene Sache: Wien unter Maria Theresia. Hofmannsthal schilderte im Rückblick, dass aus alten Komödien vertraute Typen den Ausgangspunkt für die Handlung bildeten. So begegnen wir dem rustikal-provinziellen, ebenso dünkelhaften wie groben Landadligen, dem reichen Emporkömmling, dem jungen Liebespaar, den Intriganten etc. Diese Figuren aber galt es – und das machte für Hofmannsthal das Wesen der Komödie aus – zueinander vielfältig in Beziehung zu setzen. „So stehen Gruppen gegen Gruppen“, notierte er im „Ungeschriebenen Nachwort zum Rosenkavalier“, „die Verbundenen sind getrennt, die Getrennten verbunden. Sie gehören alle zueinander, und was das Beste ist, liegt zwischen ihnen: es ist augenblicklich und ewig, und hier ist Raum für die Musik.“

Freilich offenbart, unter der Oberfläche leicht dahinfließender Konversation, schon Hofmannsthals Text diese inneren Beziehungen, und das mit einer für das literarische Fin-de-siècle typischen Sensibilität und psychologischen Durchdringung. Die simple Grundhandlung – „ein dicker, älterer, anmaßender Freier, vom Vater [der Braut] begünstigt, wird von einem hübschen, jungen ausgestochen“ (so in einem Brief an Strauss vom 12. Mai 1909) – verband Hofmannsthal einerseits mit burlesken Elementen wie der Fopperei des faunisch-lüsternen Baron Ochs auf Lerchenau durch Octavian als „Mariandl“, andererseits mit existenziellen Themen, um die seine Gedanken immer wieder kreisten, etwa die Vergänglichkeit. Die nicht mehr junge Feldmarschallin, von den Autoren von vornherein für die „höhere Region des Rührenden“ ausersehen, sinniert am Ende des ersten Akts melancholisch über die Zeitlichkeit alles Bestehenden. Nur zu gut weiß sie, dass ihr 17-jähriger Liebhaber Octavian sie früher oder später verlassen wird „um einer andern willen, die jünger und schöner ist“. Dieser Octavian, Graf Rofrano, ist ein Wiedergänger von Mozarts Cherubino im Figaro: War jener Feuer und Flamme für die Gräfin, so treffen wir Octavian nun im Bett der Marschallin an, die seine Mutter sein könnte. Dann aber begegnet er der blutjungen Sophie von Faninal, die von ihrem neugeadelten Vater eigentlich dem altadligen Baron Ochs versprochen wurde. Strauss hat diese Begegnung – Liebe auf den ersten Blick – in traumhaft-unwirkliche Klänge gebannt, auch der Titel der Oper bezieht sich darauf: Denn als Brautwerber für Ochs überreicht Octavian Sophie zeremoniell eine silberne Rose. Er selbst durchläuft währenddessen eine Initiation oder – um diesen für Hofmannsthal so zentralen Begriff zu verwenden – eine „Verwandlung“: vom „Bub“ (wie die Marschallin ihn gern nennt) zum erwachsenen Mann.

Über diese Verflechtungen hinaus sind die Figuren in einem konkreten Lebensumfeld verankert. Hofmannsthal sprach rückblickend vom „geheime[n] Wunsch, ein halb imaginäres, halb reales Ganzes entstehen zu lassen, dies Wien von 1740, eine ganze Stadt mit ihren Ständen, […] mit ihrem Zeremoniell, ihrer sozialen Stufung, ihrer Sprechweise oder vielmehr ihren nach den Ständen verschiedenen Sprechweisen“. Die Zeit, deren Erfahrung die Marschallin so beschäftigt, wird im Rosenkavalier also auf einer weiteren Ebene thematisiert: als historische Zeit. Dabei ging es keineswegs um authentische Rekonstruktion der Vergangenheit. Die subtil differenzierten „Sprechweisen“ der Figuren erweisen sich jedoch gerade in ihrer Artifizialität als echt, und das gilt auch für andere Elemente des Stücks: Sie vermitteln eine lebendige Idee von Epoche und Ort.

Strauss’ Musik trägt diesen Eindruck kongenial mit. Der Walzer, der große Teile der Partitur durchwebt, ist im maria-theresianischen Wien natürlich fehl am Platz, aber auch dort, wo Strauss das 18. Jahrhundert „zitiert“, lag ihm historistische Stilkopie fern. Indem er die Anspielungen in seinen eigenen, modernen Stil integrierte, verschmolz er Geschichtliches mit Gegenwärtigem und nahm so die Brechungen auf, die auch das Libretto prägen: eine imaginative Beschwörung vergangener (und vergehender) Zeit, in der – ähnlich wie im berühmten Monolog der Marschallin – auch Nostalgie mitschwingt.

Christian Arseni

SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Festspielerlebnisse in Funk und Fernsehen

7 AUG2014

by FESTSPIELKIEBITZ  11:51 h;
veröffentlicht in: Oper, Konzert, Allgemein

Wie in den Vorjahren werden zahlreiche Produktionen der Salzburger Festspiele in Kooperation mit den exklusiven Medienpartnern UNITEL CLASSICA, ORF und ServusTV im TV und Rundfunk übertragen. Dies ist ein wunderbare Möglichkeit, die Salzburger Festspiele zu erleben, auch wenn Sie kein Glück hatten, Tickets zu erhalten, und nicht das Festspiel-Erlebnis missen möchten, denn manche Übertragungen sind sogar live! Hier finden Sie einen Auszug aus dem vielfältigen Übertragungsprogramm – markieren Sie sich die Termine gleich in Ihrem Kalender!

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Franz Welser-Möst über „Der Rosenkavalier“

1 AUG2014

by FESTSPIELKIEBITZ  11:09 h;
veröffentlicht in: Oper

Heute Abend steht die Premiere von Richard Strauss’ Der Rosenkavalier auf dem Programm. Ab 18 Uhr werden u. a. Krassimira Stoyanova als Feldmarschallin, Sophie Koch als Octavian, Mojca Erdmann als Sophie sowie Günther Groissböck unter der Leitung von Franz Welser-Möst auf der Bühne des Großen Festspielhauses stehen. Toi Toi Toi an alle Beteiligten!

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Untitled (Ophelia 20) – Bildausschnitt, © Robert Longo

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Mit Unterstützung der Salzburg Festival Society (USA)

Der Rosenkavalier wird vom ORF in Koproduktion mit UNITEL, NHK und dem Bayerischen Rundfunk in Zusammenarbeit mit den Salzburger Festspielen, den Wiener Philharmonikern und CLASSICA aufgezeichnet und wie folgt ausgestrahlt:
18.08.2014 um 22.20 Uhr auf ORF 2
21.08.2014 um 22.45 Uhr auf BR
22.08.2014 um 18.00 Uhr auf Medici TV

Eine Aufzeichnung dieser Oper wird vom ORF Hörfunk am Samstag, 02. August, um 19.30 Uhr im Programm Ö1 gesendet.

Änderungen vorbehalten!