
Montblanc & Salzburg Festival Young Directors Project
Programm
Termine:
30., 31. Juli,
2. und 3. August jeweils um 20:00 Uhr
Koproduziert von:
BAC London, Malthouse Theatre Melbourne & The Showroom (University of Chichester)
Suzanne Andrade, Regie und Stücktext
Paul Barritt, Film, Animation und Design
Joanna Crowley, Produktion
Lillian Henley, Musik
Sarah Munro, Esme Appleton, Kostüme
mit Suzanne Andrade, Esme Appleton, Lillian Henley
Termine:
6., 7., 8., 9. und 10. August jeweils um 20:00 Uhr
Neuinszenierung
Koproduktion mit dem Thalia Theater Hamburg
Bastian Kraft, Konzept und Regie
Peter Baur, Bühne und Video
Dagmar Bald, Kostüme
Beate Heine, Dramaturgie
mit Philipp Hochmair
Termine:
11.,
12., 13. und 14. August jeweils um 20:00 Uhr
Gastspiel des Toneelhuis Antwerpen
Mokhallad Rasem, Konzept und Regie
Jean Bernard Koeman, Bühne und Kostüme
mit Gilda de Bal (Schauspielerin), Vic de Wachter (Schauspieler), Eleanor Campell (Tänzerin), José Paulo dos Santos (Tänzer) und zwei Kindern
Termine:
19.,
10., 21., 22. und 23. August jeweils um 20:00 Uhr
Gastspiel des Národné Divadlo Brno und des Divadlo Reduta
Jan Mikulášek, Regie
Jan Mikulášek, Dora Viceníková, Adaption
Dora Viceníková, Dramaturgie
Marek Cpin, Bühnenbild und Kostüme
Jan Mikulášek, Musikauswahl
mit Dita Kaplanová, Zuzana Ščerbová, Petra Bučková, Ondřej Mikulášek, Jiří Vyorálek, Jan Háyek, Petr Jeništa, Jiří Kniha und Jakub Gottwald
SPONSOR
DOSSIER | YOUNG DIRECTORS PROJECT
Wenn ich jetzt, in diesem Augenblick, die Bilanz meines Lebens ziehen müsste – wie fiele sie aus? Wenn ich heute sterben würde, was bliebe unterm Strich übrig? Da wir den Tod weitgehend aus unserem Alltag verdrängt haben, stellt sich die Frage nur selten. Doch sie trifft den wunden Punkt unseres Daseins in Reichtum und grenzenloser Freiheit: Es fehlt das Bezugssystem, wonach wir unser Leben ausrichten sollen. Denn wer kann mir sagen, wofür es sich letztendlich zu leben lohnt? Für Geld und Beruf? Für Familie, Freunde, Liebe? Für das Glück im Hier und Jetzt?

Bastian Kraft, © Eke Miedaner
Der Jedermann als literarisches Mysterienspiel antwortet mit christlicher Überzeugung: Es sind unsere Werke, die am Ende zählen. Doch welche Gültigkeit hat diese Antwort für den, der vom Glauben abgefallen ist? Heute erkennen wir Gott und Teufel klarer denn je als Theaterfiguren, die vom Menschen erfunden wurden, um sich selbst eine sinnstiftende Geschichte zu erzählen. Dass jedoch der Tod mehr ist als eine Theaterfigur, daran kommt auch der weltlichste Zweifler nicht vorbei. Wie also füllen wir die Lücke, die das Wegbrechen der Religion in unserem Leben hinterlassen hat? Dass der Kapitalismus ein unbefriedigender Ersatz sei, wird bereits von Hofmannsthal beklagt.
Es bleibt Jedermann (und jeder Frau) heute nichts anderes übrig, als die Antwort in sich selbst zu suchen. Unsere Skepsis gegenüber allen von außen vorgegebenen Heilslehren führt zum kaum erfüllbaren Anspruch an das Selbst, aus sich heraus, ohne fremde Hilfe, den richtigen Weg zu finden. Und so ist der moderne Mensch auf die eigene Person zurückgeworfen: Er muss das Göttliche, wenn er es sucht, in sich suchen, und alle Figuren seines persönlichen Mysterienspiels aus sich selbst erwachsen lassen.
Ausgerüstet mit Hofmannsthals Text und weltlichem Theaterzauber tritt der Schauspieler Philipp Hochmair für diese Solo-Version des Jedermann in einen vielstimmigen Dialog mit sich selbst.
Bastian Kraft