Le Balcon
Sopran Parveen Savart, Léa Trommenschlager
Alt Camille Merckx, Emmanuelle Monier
Bass Thill Mantero, Florent Baffi
Oboe Guillaume Gerbaud
Oboe / Englischhorn Paul Atlan
Klarinette / Bassklarinette Ghislain Roffat
Fagott / Kontrafagott Julien Abbes
Trompete Henri Deleger
Posaune Jean-Charles Dupuis
Violoncello Askar Ishangaliyev, Elisa Huteau, Myrtille Hetzel
Cembalo Alain Muller
Das Ensemble Le Balcon wurde 2008 von sechs Studierenden des Conservatoire national supérieur de musique et de danse de Paris gegründet und vereint Instrumentalisten und Sänger, die in verschiedenen Stilrichtungen ausgebildet sind. Le Balcon passt sich in der Anzahl der Mitglieder, der visuellen und szenografischen Gestaltung sowie im Zusammenspiel mit dem Soundsystem oder mit elektronischer Musik den jeweiligen Projekten und Konzerten an. Das Ensemble ist nach Jean Genets Theaterstück Le Balcon (1956) benannt und legt seinen künstlerischen und musikalischen Schwerpunkt — wie der Dramatiker Genet — auf Narration, Sprache und Darstellung.
Das Ensemble war zunächst in der Pariser Église Saint-Merry, danach im Athénée Théâtre Louis-Jouvet beheimatet und entwickelte sich sukzessive zu einem transdisziplinären Kollektiv, bestehend aus einem Orchester sowie einer Gruppe von Sängern, Komponisten, Videokünstlern, Tänzern und Regisseuren mit eigenem Plattenlabel und einem Musikverlag.
In seinen Produktionen schöpft Le Balcon aus einem breiten Repertoire, das alle Epochen der Musikgeschichte umspannt, mit einem besonderen Fokus auf Werke des 20. und 21. Jahrhunderts. In den sieben Jahren am Athénée Théâtre hat Le Balcon mehrere Opern- und Schauspielproduktionen realisiert, darunter Strauss’ Ariadne auf Naxos, Eötvös’ Le Balcon, Levinas’ La Métamorphose, Rihms Jakob Lenz sowie zahlreiche Uraufführungen.
2018 begann Le Balcon, sich größeren Formen zuzuwenden. Dabei ist vor allem die Produktion von Karlheinz Stockhausens Licht-Zyklus hervorzuheben, der sieben Opern mit insgesamt 29 Stunden Musik umfasst. Donnerstag aus Licht wurde 2018 an der Opéra Comique aufgeführt und anschließend im Londoner Southbank Centre wiederaufgenommen. Es folgten Samstag im Juni 2019 und Dienstag im Oktober 2020 in der Philharmonie de Paris im Rahmen des Festival d’Automne. Mit Stockhausens Inori war Le Balcon 2021 erstmals bei den Salzburger Festspielen zu Gast.
Seit 2018 empfängt das Ensemble jedes Jahr mit Unterstützung der Fondation Singer-Polignac Composers in Residence, um neue Werke verwirklichen zu können. Diese Residenzen haben in jüngster Zeit u. a. ein Projekt mit einem Roboterorchester im Rahmen des Festival de Saint-Denis und die Realisierung einer neuen Oper von Arthur Lavandier an der Opéra de Lille ermöglicht.
Zukünftige Projekte beinhalten eine Neuproduktion von Alan Menkens Little Shop of Horrors an der Pariser Opéra Comique und eine Einspielung von Mahlers Das Lied von der Erde in der Bearbeitung von Schönberg.
Le Balcon wird von dem Ministère de la Culture, der Société Générale Fondation C’est Vous l’Avenir, von der Region Île-de-France, der Stadt Paris, der Fondation Singer-Polignac, der Société des auteurs, compositeurs et éditeurs de musique sowie der Copie privée unterstützt.