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Salzburger Festspiele / Oper / Peter Iljitsch Tschaikowski Pique Dame
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PROGRAMMDETAIL

Peter Iljitsch Tschaikowski Pique Dame

Oper in drei Akten op. 68 (1890)
Libretto von Modest Iljitsch Tschaikowski und dem Komponisten nach der gleichnamigen Novelle (1833) von Alexander Sergejewitsch Puschkin

Neuinszenierung

In russischer Sprache
mit deutschen und englischen Übertiteln

Nach der Premiere am 5. August findet eine Gala-Soiree zu Ehren der Künstlerinnen und Künstler in der Salzburger Residenz statt. Der Reinerlös fließt in die Jugendarbeit der Salzburger Festspiele.

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LEADING TEAM

Mariss Jansons, Musikalische Leitung
Hans Neuenfels, Regie
Christian Schmidt, Bühne
Reinhard von der Thannen, Kostüme
Stefan Bolliger, Licht
Yvonne Gebauer, Dramaturgie

BESETZUNG

Brandon Jovanovich, Hermann
Vladislav Sulimsky, Graf Tomski / Plutus
Igor Golovatenko, Fürst Jelezki
Evgenia Muraveva, Lisa
Oksana Volkova, Polina / Daphnis
Hanna Schwarz, Gräfin
Stanislav Trofimov, Surin
Gleb Peryazev, Narumow
Margarita Nekrasova, Gouvernante
Julia Suleymanova, Chloe

Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor
Wolfgang Götz, Leitung Kinderchor
Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
Ernst Raffelsberger, Choreinstudierung
Wiener Philharmoniker

ZUR PRODUKTION

Ohne Alexander Puschkin ist die russische Literatur undenkbar. Sie nährt sich von Puschkin, sie atmet Puschkin. Während seiner kurzen Lebenszeit – er wurde nur 38 Jahre alt – produzierte er in höchster Geschwindigkeit die wunderbarsten Gedichte, Erzählungen und Dramen. Wie ein Magier griff er ins Innerste der russischen Sprache ein, um sie zu verwandeln. Zu seinen Lebzeiten fühlte sich die Öffentlichkeit von ihm provoziert, jeglichen Schwulst, jede Affektiertheit und Theatralik lehnte er ab. Genauigkeit, Schlichtheit und Wahrhaftigkeit waren das, was er suchte. Nach seinem Tod erschien die literarische Welt in einem vollkommen anderen Licht.
In seinen letzten Lebensjahren musste er unter zunehmend widrigen Umständen arbeiten. Er hatte mit drückender Schwermut und massiven Geldnöten zu kämpfen. 1837 wird Alexander Puschkin durch andauernde Intrigen, die vom Zarenhof ausgingen, in den Duelltod gedrängt.

Seine schmale Novelle Pique Dame schrieb er 1833, wie er selbst sagt, innerhalb weniger Tage und „in kalter Wut“ nieder – knapp, scharf umrissen und psychologisch fokussiert. Mehr als 50 Jahre später griff Peter Iljitsch Tschaikowski, von seinen Zeitgenossen zum „Byron unserer Tage“ erklärt, gemeinsam mit seinem Bruder Modest nach diesem Stoff. Zum dritten Mal nach Eugen Onegin und Mazeppa entzündete sich Tschaikowski an einem Puschkin-Text. 
Tschaikowski identifiziert sich völlig mit der Hauptfigur Hermann, dem Außenseiter, wohl weil er selbst in seiner gesellschaftlichen Position als Homosexueller zutiefst um dessen Nöte weiß. Tschaikowski komponiert seine Ängste, seine Einsamkeit, sein Aufbegehren, seine Verzweiflung, seine Sehnsucht, seine Suche nach dem Sinn in der Existenz zu einer Parabel, die die Frage nach jeder Existenz stellt, die mehr sein will als ein hingenommenes Dasein, als ein Zufall, als ein Spiel unbekannter Mächte.

Sankt Petersburg im späten 18. Jahrhundert. Beim Kartenspiel wird von der Geschichte einer Gräfin berichtet, die in ihrer Jugend am französischen Hof als „Vénus moscovite“ umschwärmt worden war und mit drei magischen Karten auf mysteriöse Weise Spiel um Spiel gewann. Schlagartig gerät der Protagonist Hermann in den Sog des Geheimnisses dieser drei Spielkarten. Als Sohn eines deutschen Einwanderers ist er fremd in Sankt Petersburg und nur lose angebunden – ein Außenseiter, ein „seltsamer Mensch“, wie man sagt. Schon hochgradig für Lisa – die Enkeltochter der Gräfin – entflammt, gerät er nun endgültig außer sich. Es ist, als würde sich ihm die Nachtseite der Welt gänzlich zuneigen und andere Gesetzmäßigkeiten in Gang setzen. Das Spiel mit den Karten, so wird er bald erfahren, ist lebensgefährlich; der höchste Einsatz ist die eigene Seele.

Obwohl Tschaikowskis Pique Dame in der Zeit der Aufklärung angesiedelt ist, fällt kein strahlendes Licht in diese finstere Welt. Die Tage der Aristokratie sind gezählt; sie sind düster und kalt. Man versucht, sich mit Spielen und Ritualen die Zeit zu vertreiben, die nicht mehr zu vertreiben ist. In dieser Erstarrung, in dieser Leere treffen zwei unangepasste, einsame Menschen aufeinander, die von anderen Kräften, von anderen Träumen angetrieben werden. Aber es geht ihnen nicht besser als allen anderen. Auch sie verfehlen ein geglücktes Leben. Puschkin hatte die beiden noch in die Alltagswirklichkeit entlassen und ihnen wenigstens ein jämmerliches Leben im Wahnsinn oder im Stand der Ehe zugebilligt. Bei Tschaikowski endet das Spiel für Hermann und Lisa tödlich.

Yvonne Gebauer

Cy Twombly · Summer Madness, 1990 · Collection Udo und Anette Brandhorst · Courtesy: Archives Nicola Del Roscio, © Cy Twombly Foundation, 2017

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Nach der Premiere am 5. August findet eine Gala-Soiree zu Ehren der Künstlerinnen und Künstler in der Salzburger Residenz statt. Der Reinerlös fließt in die Jugendarbeit der Salzburger Festspiele.

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