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Salzburger Festspiele / Oper / Wolfgang A. Mozart Die Zauberflöte
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PROGRAMMDETAIL

Wolfgang A. Mozart Die Zauberflöte

Eine deutsche Oper in zwei Aufzügen KV 620 (1791)
Libretto von Emanuel Schikaneder 

Neuinszenierung

In deutscher Sprache
mit deutschen und englischen Übertiteln

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LEADING TEAM

Constantinos Carydis, Musikalische Leitung
Lydia Steier, Regie
Katharina Schlipf, Bühne
Ursula Kudrna, Kostüme
Olaf Freese, Licht
Ina Karr, Dramaturgie

BESETZUNG

Matthias Goerne, Sarastro
Mauro Peter, Tamino
Albina Shagimuratova, Die Königin der Nacht
Christiane Karg, Pamina
Ilse Eerens, Erste Dame
Paula Murrihy, Zweite Dame
Geneviève King, Dritte Dame
Adam Plachetka, Papageno
Maria Nazarova, Papagena
Michael Porter, Monostatos
Tareq Nazmi, Sprecher
Bruno Ganz, Erzähler
Wiener Sängerknaben, Drei Knaben

Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
Ernst Raffelsberger, Choreinstudierung
Wiener Philharmoniker

ZUR PRODUKTION

Zauberoper, Singspiel, Maschinenkomödie, Freimaurerritus mit ägyptischen Mysterien, heroisch-komische Oper? Die Zauberflöte wird so viel gehört, so häufig aufgeführt, beredet, bezweifelt und befragt wie kaum ein anderes Werk der Operngeschichte. Selten wurde die Rätselhaftigkeit und Vielgestalt eines Werkes derart mantrisch beschworen. Und ebenso selten war ein Werk trotz dieser Diskussionen so unangefochten erfolgreich –und das seit über 200 Jahren. 

Singspiele in märchenhaftem Ambiente waren in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an den Wiener Vorstadtbühnen en vogue. Auch Die Zauberflöte steht in dieser Tradition: der temperamentvolle Einstieg in die Handlung mit spektakulärer Verfolgungsjagd von Prinz und Ungeheuer, eine Liebesgeschichte, an deren Anfang der Auftrag steht, eine entführte Prinzessin zu befreien, und in der mit der Königin der Nacht und Sarastro zwei Antagonisten um das Gute und Böse in der Welt zu ringen scheinen, „lustige Figuren“ wie Papageno, der wie ein Rousseau’sches Naturwesen durch alle Prüfungen hindurchstolpert und sich dabei nicht nur seinen Platz im Gefüge dieser Oper, sondern auch in den Herzen der Zuschauer eroberte. Und nicht zuletzt die Zauberflöte, ein magisches Instrument als „Titelfigur“, das gemeinsam mit dem ebenso wundersamen Glockenspiel Schicksal spielt. Der vielbegabte Künstler und geschäftstüchtige Impresario Emanuel Schikaneder, dessen Theater auf der Wieden für seinen eindrucksvollen Verwandlungs- und Maschinenzauber bekannt war, ließ sich bei der Arbeit am Libretto von Christoph Martin Wielands Märchensammlung Dschinnistan inspirieren. Auch spiegelt sich in Mozarts Werk die Faszination der Zeit für antike Mysterien. Deren Initiationsrituale, in denen Prüfungen und die Konfrontation mit dem Tod integraler Bestandteil waren, inspirierte nicht zuletzt die Freimaurer für ihre Einweihungszeremonien. Mozart, selbst Mitglied einer Loge, waren sie wohlbekannt. 

Ob der Text durch das Einfließen heterogener Stoffquellen einer nur bedingt logischen Dramaturgie folgt oder Mozart und Schikaneder gerade durch die Verbindung von Märchenelementen, Mysterienspiel und Aufklärungsgedanken eine eigene, in sich schlüssige Dramaturgie geschaffen haben, sei dahingestellt. Je nach Blickwinkel ändert sich die Perspektive auf diese schillernde Oper. Denn wer verkündet in diesem Werk die „Weisheitslehren“, die als Märchentugenden ebenso wie als Freimaurermaximen gelesen werden können? Drei rätselhafte Damen sind es, die im ersten Aufzug von Tamino „Mut und Standhaftigkeit “, „Tapferkeit“ sowie „Lieb und Bruderbund“ fordern. Von „Freundschaft“ sprechen Pamina und Papageno. Sarastro demgegenüber beansprucht dieselben, also keineswegs neuen Begriffe für sich und seine Philosophie. Drei Knaben, deren Zugehörigkeit zur Königin der Nacht oder zu Sarastro im Unklaren bleibt, geben Tamino ihre jugendliche Weisheit mit auf den Weg. Ihr Rat ist es, den er sich „ewig ins Herz gegraben“ wünscht. Nach ihrem Erscheinen weitet Mozart im Finale des ersten Aktes den Tonartenkosmos rasant – als ob er den unschuldigen Blick auf die Märchenwelt, mit ihrem klaren Gegensatz von Gut und Böse, verunsichern wollte, indem er ihr eine zunehmend komplexer werdende Welt gegenüberstellt. Nun stehen alle Figuren auf dem Prüfstand, schließlich sogar das humanistische Ideal der Aufklärung an sich. 
Am Ende siegt in der Zauberflöte die Liebe – und das Rätsel. Ihre erzählerische Kraft nämlich findet sich gerade im Überbordenden und in der Fantasie, mit der die beiden Autoren ihre „deutsche Oper“ ausgestattet haben. Gerade das Überblenden von scheinbar Märchenhaftem mit vermeintlich von der Vernunft Erhelltem lässt uns in der Schwebe – wie die drei Knaben, die als kindlich Unwissende und märchenhaft Wissende die Protagonisten durch die Geschicke leiten. Der Dichotomie von Gut und Böse setzen sie die Urteilskraft des Herzens entgegen und liefern so einen weiteren Schlüssel zur Lösung des Rätsels Zauberflöte

Ina Karr

Cy Twombly · Quattro Stagioni, 1993/94, Part II: Estate · The Museum of Modern Art, New York · Courtesy: Archives Nicola Del Roscio , © Cy Twombly Foundation, 2017

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